Emissionshandel und Kohlenstoffmärkte

Um den Klimawandel zu verlangsamen, setzen Staaten auf verschiedene Methoden. Marktbasierte Instrumente, allen voran der Emissionshandel, spielen dabei eine herausragende Rolle.

Regierungen in aller Welt - ob national, regional oder lokal, wollen Kohlenstoffmärkte schaffen, um den Anstieg von schädlichen Treibhausgasen in der Atmosphäre zu senken. Um das zu erreichen, kommen unterschiedliche Instrumente zum Einsatz: Emissionshandelssysteme (EHS), Offsetmechanismen wie der Clean Development Mechanism (CDM) oder auch so genannte Nationally Appropriate Mitigation Actions (NAMAs). Diese Prozesse laufen parallel zueinander ab oder sind miteinander verschränkt und werden zum internationalen Kohlenstoffmarkt zusammengefasst. Dazu bedarf es politischer Weichenstellungen und wirtschaftlicher Entscheidungen. Welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen und damit den Ausstoß schädlicher Klimagase einzudämmen, diskutieren Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen, Institutionen, Forschung und Wirtschaft bei der von adelphi im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) konzipierten und organisierten internationalen Konferenz „Towards a Global Carbon Market“ am 11. und 12. April in Berlin.

adelphi ist auf vielfältige Weise und mit verschiedenen Projekten im Bereich Emissionshandel und Kohlenstoffmärkte engagiert. In zahlreichen Vorhaben analysieren wir Emissionshandelssysteme weltweit und weitere Marktmechanismen und tragen damit aktiv zur Weiterentwicklung des internationalen Kohlenstoffmarkts bei. Dabei ist adelphi auf verschiedenen Ebenen aktiv und bietet Auftraggebern durch konzeptionelle, inhaltlich-fachliche und organisatorische Kompetenzen maßgeschneiderte Lösungen an: Wir beraten fachlich, unterstützen Dialogprozesse, führen Trainings durch und übernehmen das Projektmanagement.

Im Auftrag des BMU betreut adelphi seit zehn Jahren die Arbeitsgruppe Emissionshandel (AGE), koordiniert die Konzeption und Durchführung von Schulungsmaßnahmen zum Aufbau von EHS in Entwicklungsländern und unterstützt das Sekretariat der International Carbon Action Partnership (ICAP). Ob Förderung eines Stakeholderprozesses auf nationaler Eben, Unterstützung der bilateralen Zusammenarbeit, oder Begleitung des Austauschs verschiedener Emissionshandelssysteme im multilateralen Kontext – im Mittelpunkt von adelphis Aktivitäten steht jeweils die fachlich gestützte strategische Gestaltung von Dialogprozessen zum Emissionshandel im Vordergrund.

Die bestehenden und noch entstehenden Emissionshandelssysteme der Europäischen Union, Australiens, Kaliforniens und Chinas bilden nicht allein einen internationalen Kohlenstoffmarkt. Eine weitere wichtige Komponente ist die Weiterentwicklung anderer Mechanismen und deren schrittweise Zusammenführung. Für das Umweltbundesamt untersuchte adelphi im Rahmen einer Studie Regelungen zu Offsetzertifikaten in unterschiedlichen Ländern und bringt sie im Rahmen eines Workshops in den CDM-Reformprozess ein. Auch im Bereich NAMAs ist adelphi tätig. Im Auftrag der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entstand mit einem Nachschlagewerk für gute NAMA-Praxis ein praktischer Leitfaden für die Entwicklung von Klimaschutzprojekten und -programmen.

 
Verwandte Projekte

Wissenschaftliche und technische Unterstützung des ICAP-Sekretariats

Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Laufzeit: 10.2011 - 06.2013

Projektträgerschaft der deutschen Arbeitsgruppe Emissionshandel

Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Laufzeit: 10.2011 - 06.2013

Weitere Informationen
Blodgett, Courtney, Julia Rohe, Sibylle Kabisch, Dennis Taenzler 2012: Nationally Appropiate Mitigation Actions – A Technical Assistance Sourcebook for Practitioners. Study prepared by perspectives and adelphi on behalf of the GIZ. Frankfurt/Main: GIZ

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