Digitaler Wandel muss nachhaltig gestaltet werden

City Sunset

Autos, die alleine fahren, operierende Roboter, Algorithmen, die Gerichtsurteile fällen - der digitale Wandel durchdringt und verändert unsere Gesellschaft. Wie wir diesen Wandel verstehen und gestalten, wird enormen Einfluss darauf haben, wie wir uns als Gesellschaft entwickeln und ob wir die Herausforderungen für die Umwelt und die Entwicklung in den Griff bekommen.

Digitalisierung spielte nicht nur im Wahlkampf eine große Rolle, sondern wird auch die nächste Legislaturperiode stark mitbestimmen. Angela Merkel will „nicht im Technikmuseum enden“ und sieht in der Digitalisierung eine zentrale Zukunftsherausforderung. Für Christian Lindner erzwingt Digitalisierung ein viel schnelleres Agieren der Politik: „Digitalisierung ist kein Fußball, Digitalisierung ist Eishockey.” Und für die Grünen fordert Cem Özdemir eine Bündelung der Kompetenzen in einem künftigen Ministerium. Mit der zunehmenden Vernetzung unserer Welt sollen künftig nach dem Willen aller Millionen neue Arbeitsplätze entstehen und der private Alltag erleichtert werden.

Digitalisierung für bessere Instrumente der Umwelt- und Klimapolitik

Eher selten wird das Thema Digitalisierung jedoch im Kontext von Nachhaltigkeit diskutiert. Die möglichen Auswirkungen des digitalen Wandels auf Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit sind dabei nur schwerabzuschätzen. Einerseits bestehen erhebliche Potenziale zur Steigerung der Effizienz von Produktionsverfahren, Logistik und Dienstleistungen in fast allen Bereichen (Mobilität, Energie, Landwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Verwaltung). Neue Möglichkeiten des Monitorings und der Regulierung umweltrelevanter Prozesse könnten bestehende Instrumente von Umwelt- und Klimapolitik erheblich verbessern sowie das Umweltmanagement von Betrieben und Infrastrukturen auf eine neue Stufe heben.

Andererseits besteht die Gefahr, dass die erzielten Effizienzgewinne durch Rebound-Effekte, also eine Steigerung der Nutzungsintensität und Nachfrage von Produkten und Dienstleistungen, nicht in eine Reduktion des Energie- und Ressourcenverbrauchs insgesamt übersetzt werden können, während die für digitale Produkte und Dienstleistungen notwendige Hardware den Material- und Energieverbrauch weiter in die Höhe treibt.

Neues Projekt untersucht Umweltwirkungen von Smart Cities

adelphi unterstützt den politischen und gesellschaftlichen Findungsprozess einer nachhaltigen Digitalisierung in einer Vielzahl von Vorhaben. Darüber hinaus setzen sich entweder konkret mit der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen durch digitale Applikationen, Smart Metering oder digitale Gebäudemodelle auseinander oder analysieren die allgemeinen Digitalisierungstrends im Hinblick auf mögliche Effekte, beispielsweise auf den Konsum, auf Gemeinwohlinitiativen oder auf Nachbarschaftsverhältnisse.

Ein Bereich, in dem Digitalisierung und Nachhaltigkeit schon heute stärker zusammengedacht werden, als in anderen Bereichen betrifft Smart Cities. Nach mehreren Vorläufervorhaben für öffentliche und private Auftraggeber beschäftigt sich adelphi nun gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (difu) und dem Institut für Innovation und Technik (iit) in einem neuen Projekt für das Umweltbundesamt mit den Umwelteffekten von Smart City-Infrastrukturen.

Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Vorhabens werden bestehende Maßnahmen zum Aufbau intelligenter Infrastrukturen in 40 Städten analysiert und in Bezug auf mögliche Umwelteffekte bewertet. Neben Empfehlungen für Kommunen zur Ausgestaltung von nachhaltigen und umweltgerechten Smart City-Konzepten sollen die Projektergebnisse auch als Input für die Entwicklung des Rechtsrahmens und von Standards auf nationaler und internationaler Ebene genutzt werden. 

Ausgewählte Projekte

Ausgewählte Publikationen