Klimafinanzierung

Close-up of stock market values on LCD screen.

Geht es um die Finanzierung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen, steht bei internationalen Klimaverhandlungen die Frage im Zentrum, wie ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar bereitgestellt werden können. Wie adelphis Aktivitäten zu dem Thema zeigen, ist dies längst nicht die einzige spannende Frage.

+++ Am 12. Dezember organisierten Transparency International und adelphi das COP20 Side Event "Tools for Climate Finance Readiness: Building Capacity to Support Increased Finance Flows". Erfahren Sie mehr im Video des Events. +++

Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sind gefordert, transparente, verantwortungsbewusste und effiziente Wege bei der Klimafinanzierung zu finden. Diese soll so eingesetzt werden, dass Transformationsprozesse hin zu kohlenstoffarmen und klimaresilienten Gesellschaften ausgestaltet werden. Seit der Klimakonferenz von Kopenhagen 2009 wird diesbezüglich ein jährlicher Finanzumfang von 100 Milliarden US-Dollar diskutiert, mit dem ab 2020 Minderungs- und Anpassungsaktivitäten unterstützt werden können.

Seither fragen sich Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen, Privatsektor und Zivilgesellschaft: Woher kommt das Geld für die Klimafinanzierung, an wen wird es unter welchen Bedingungen verteilt und vor allem für welche Maßnahmen wird es eingesetzt? Die Antwort auf diese Fragen ist komplex: Denn bereits heute existiert ein sehr vielschichtiges Gebilde unterschiedlicher internationaler Finanzierungsquellen. Zur Komplexität trägt zudem eine Vielfalt an Zugangsmodalitäten, Förderschwerpunkten und Verwendungsvorgaben bei. Hinzu kommt der neu eingerichtete Green Climate Fund (GCF) in Songdo (Südkorea), in den besondere Erwartungen für die Unterstützung von Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen in der Klimapolitik gesetzt werden. Allerdings ist derzeit noch unklar, wie genau vom GCF Mittel angefragt werden können. Bestmögliche Orientierung im komplexen Geflecht der Klimafinanzierung wird somit zu einer Schlüsselqualifikation für die erfolgreiche Umsetzung von Minderungs- und Anpassungsprojekten.

Wie können sich Regierungen und der Privatsektor bei der Klimafinanzierung einbringen?

Bereits seit mehreren Jahren ist adelphi auf vielfältige Weise im Bereich der Klimafinanzierung engagiert. In verschiedenen Vorhaben analysieren wir nationale Strukturen der Klimafinanzierung und tragen damit aktiv zum internationalen Wissensaufbau und -austausch bei. adelphi ist hierbei auf verschiedenen Ebenen aktiv und bietet Auftraggebern und Partnern fachliche, konzeptionelle und methodische Kompetenzen an: Wir bieten Politikanalysen, beraten Unternehmen und Regierungsvertreter und führen maßgeschneiderte Trainings durch.

Analysen, wie institutionelle Strukturen zur Klimafinanzierung in einzelnen Ländern wie Vietnam und Indonesien ausgestaltet und in die nationalen Haushalte eingebettet werden können, stehen im Mittelpunkt eines Vorhabens für das Climate and Development Knowledge Network (CDKN). Die Länderstudien legen ein besonderes Augenmerk auf die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen, die Planungs- und Umsetzungskapazitäten, das Engagement des Privatsektors sowie die Maßgaben für Good Financial Governance.

2014 hat adelphi als übergreifenden Ansatz das Climate Finance Readiness Training (CliFiT) Toolkit entwickelt, um mit einer innovativen Informations- und Methodensammlung dazu beizutragen, dass Entscheidungsträger und Fachkräfte aus Ministerien, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen systematisch in die Herausforderungen und Chancen der Klimafinanzierung eingeführt werden. CliFiT soll helfen, einen Überblick über die verfügbaren Finanzquellen und Zugangsvoraussetzungen zum Green Climate Fund zu bekommen und die eingeworbenen Geldmittel wirksam für die Finanzierung nationaler Klimaschutzprojekte einzusetzen. Bei der Entwicklung von CliFit wurde adelphi von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des CF Ready Programme und im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziell unterstützt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projekts.

Während den anstehenden Klimaverhandlungen in Lima (COP20) stellte adelphi diesen Ansatz im Rahmen des Side Events "Tools For Climate Finance Readiness" vor. Die Veranstaltung wurde von Transparency International und adelphi gemeinsam ausgerichtet und widmete sich wirkungsvollen Wegen und Instrumenten der Klimafinanzierung. Erfahren Sie mehr über die Veranstaltung im zusammenfassenden Bericht oder im Video des Events.

Für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum ist es überdies wichtig, innovative Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu fördern, die zugleich Ressourcen schonen und die Grundversorgung der Bevölkerung verbessern. adelphi begleitet und unterstützt deswegen seit März 2013 ein Vorhaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), bei dem gemeinsam mit der indischen Mittelstandsbank SIDBI eine Kreditlinie für innovationsfreudige und ressourceneffiziente Unternehmen und Start-ups etabliert werden soll.

Klimafinanzierung ist letztendlich eine Querschnittsaufgabe bei der Entwicklung verschiedener Klimaschutzinstrumente und betrifft daher inzwischen adelphis gesamtes Klimaportfolio: Dies reicht von der Entwicklung von Nationally Appropriate Mitigation Actions (NAMAs) im Verkehrs- oder Abfallbereich – wie sie adelphi gegenwärtig im Auftrag der GIZ begleitet – bis zur Konzipierung von Anpassungsmaßnahmen im Privatsektor.

Pressespiegel:
» ThomsonReuters, "Can climate finance be a policy game changer?" (Artikel)
» IISD, Event Video (Video)

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