10. Deutsch-Japanisches Umwelt- und Energiedialogforum: Energiesysteme dekarbonisieren

Ein Vortrag auf dem 10. Deutsch-Japanischen Umwelt- und Energiedialogforum

Bereits zum zehnten Mal trafen sich Fachleute aus Japan und Deutschland, um sich über die Dekarbonisierung der Energiesysteme auszutauschen. Die rund 250 Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Forschung sprachen über politische Strategien und Technologien für beide Länder.

12.11.2019

Japan will seine Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 % reduzieren. Deutschland strebt im selben Zeitraum Treibhausgasneutralität an. Wie können sie ihre ehrgeizigen Ziele erreichen? Beide Länder sind hochindustrialisiert. Deshalb muss vor allem der Energiesektor seine Emissionen reduzieren. Rund 250 japanische und deutsche Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzten das diesjährige Jubiläumsforum, um sich über Klima- und Energiepolitik sowie den aktuellen Forschungsstand rund um innovative Lösungsansätze auszutauschen.

Klimaschutz braucht innovative Politik

Die Diskussionen deckten ein breites Spektrum ab: Im Rahmen des Austauschs zu Energie- und Klimaschutzstrategien und ihrer Wirkung auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stand auch die Frage im Mittelpunkt, wie erneuerbare Energien in bestehende Systeme integriert werden können. Auch Hürden bei der Umweltverträglichkeitsprüfung und die gesellschaftliche Akzeptanz von erneuerbaren Energien wurden thematisiert. Am zweiten Konferenztag rückte der Wärmesektor in den Mittelpunkt: Fachleute stellten zahlreiche innovative Technologien vor, mit denen sich die Emissionen beim Erzeugen, Speichern und Nutzen von Wärme vermindern lassen. Daraus entwickelten sich anregende Diskussionen unter allen Beteiligten.

Dekarbonisierung durch Wasserstofftechnologien

Ein besonderer Schwerpunkt lag auch auf den Potenzialen, die grüner Wasserstoff bereithält. Er erleichtert es, Energie zu speichern und unterschiedliche Sektoren wie Strom, Wärme und Verkehr miteinander zu koppeln, ohne dass weitere CO2-Emissionen entstehen. adelphi stellte in diesem Rahmen die gemeinsam mit dem Wuppertal Institut, dena und dem Institute for Energy Economics Japan (IEEJ) erstellte Studie zur Rolle von Wasserstoff im zukünftigen Energiesystem in Deutschland und Japan vor. Japan und Deutschland interessieren sich gleichermaßen für die Frage, welche Drittländer zukünftig als Handelspartner für CO2-frei hergestellten Wasserstoff in Frage kommen. Ein Teil der Studie analysiert mögliche Wasserstoff-Exportländer, wobei das jeweilige Produktionspotenzial und die -kosten für die Bewertung ausschlaggebend sind. 

Potenziale für eine intensivere energiepolitische Zusammenarbeit

Die anschließende Diskussion zeigte zahlreiche Potenziale für eine intensivierte Kooperation zwischen Japan und Deutschland auf: Von Unternehmenskooperationen im Power-to-Gas-Bereich über die gemeinsame Erforschung zukunftsträchtiger wasserstoffbasierter Transportarten bis hin zur Kooperation beim Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur. Wasserstoff wird bei der weiteren erfolgreichen Energiewende auch weit über Japan und Deutschland hinaus eine Schlüsselposition einnehmen. Deshalb erscheint eine vertiefte energiepolitische Zusammenarbeit der beiden Partnerländer und Kooperation im internationalen Wettbewerb vielversprechend.

Hintergrundinformationen zur Veranstaltung

Das 10. Deutsch-Japanische Umwelt- und Energiedialogforum zum Thema Politische Strategien und Technologien zur Dekarbonisierung des Energiesystems fand am 29. und 30. Oktober in Tokio statt. Es wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) sowie dem japanischen Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) als Kooperationspartner ausgerichtet. Organisiert wurde die zweitägige Konferenz gemeinsam von NEDO, ECOS und adelphi.