adelphi weitet Engagement gegen Meeresmüll aus

A diver near the coast of Sri Lanka collecting so-called ghost nets, lost fishing equipment that litters the ocean.

Zwei neue Projekte in der Karibik und den Malediven tragen dazu bei, das Aufkommen von Plastikmüll zu reduzieren und zu verhindern, dass Abfall im Meer landet.

16.04.2021

Meeresmüll ist ein weltweites Problem. Die Folgen sind vielschichtig, vom Great Pacific Garbage Patch über Tiere, die an Plastiktüten ersticken, bis hin zu Mikroplastik entlang der gesamten Nahrungskette. So wurden laut Umweltbundesamt (UBA) für mehr als 800 Arten von Meereslebewesen negative Auswirkungen durch Meeresmüll nachgewiesen. Einmal im Meer angelangt, kann der Müll nur mit großem Aufwand wieder eingesammelt werden. Deshalb engagiert adelphi sich zunehmend in Projekten, die früher ansetzen und das Entstehen von Meeresmüll reduzieren und vermeiden sollen.

In den Jahren 2019 und 2020 führte adelphi vor allem Studien durch, um eine globale Wissensbasis zu schaffen. Seit Mitte 2020 sind größere Projekte mit längerer Laufzeit hinzugekommen, die Regierungen und Organisationen vor Ort dabei unterstützen, aktiv gegen Meeresmüll vorzugehen. Angefangen mit dem EU-finanzierten SWITCH-Asia-Projekt PROMISE in Südasien setzt adelphi sich gemeinsam mit einer Reihe von Partnern dafür ein, Abfall – insbesondere Einwegplastik – im Tourismussektor zu vermeiden und anfallenden Müll zu recyceln oder fachgerecht zu entsorgen, bevor er das Meer erreicht.

In den letzten Monaten kamen das BMU-geförderte Projekt PROMAR in der Karibik und ein UNDP-Vorhaben in den Malediven hinzu. Hier liegt der Fokus unter anderem auf der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR), die Unternehmen für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte und deren Verpackung in die Pflicht nimmt: Wer beispielsweise Waren in Einwegverpackungen anbietet, soll auch dafür sorgen, dass diese Verpackungen anschließend gesammelt und recycelt oder angemessen entsorgt werden, statt auf der Straße oder in Flüssen und damit letztendlich im Meer zu landen.

Die positiven Folgen dieses Engagements sind ebenso vielschichtig wie die Probleme, die sie angehen. Denn weniger Meeresmüll trägt zum Erhalt mariner Ökosysteme bei, vermindert den Eintrag von Mikroplastik in die Nahrungskette und schützt die Attraktivität touristisch bedeutender Landschaften.

Ansprechpartner: Jürgen Hannak