Blick in die Zukunft: Trendanalysen für Umweltpolitik und Umweltforschung

Meat sample in open laboratory Petri dish. Animal cell cultured clean meat concept

Welche Umwelteffekte haben Trends wie 3D-Druck, Konsum 4.0 und Fleischersatzprodukte? In drei verschiedenen Analysen für das Umweltbundesamt geht adelphi dieser Fragestellung nach.

26.11.2018

Neue Technologien können Umweltprobleme sowohl verstärken als auch verringern. Wie die Geschichte des Mobiltelefons zeigt, haben technologische Entwicklungen nicht nur gravierende Auswirkungen auf unsere Art zu leben, sondern auch auf die Umwelt. Die Herstellung von Smartphones geht mit erheblichen Umweltbelastungen einher: Obwohl ein Mobiltelefon nur rund 80 Gramm wiegt, sind für seine Herstellung 75,3 Kilogramm an Ressourcen notwendig. Gleichzeitig kann die Nutzung von Smartphones jedoch auch zu Umweltentlastungen führen, beispielsweise dadurch, dass die Verbreitung der Sharing Economy gefördert wird. Die Abschätzung der Auswirkungen technologischer Trends ist folglich ebenso Aufgabe der Umweltpolitik wie die Adressierung bereits identifizierter Umweltprobleme.

Umfassende Trendanalysen können hier wertvolle Aufschlüsse geben, indem mögliche Entwicklungen und Konsequenzen der Entwicklungen aufgezeigt werden. Für das Umweltbundesamt untersuchen wir die Auswirkungen von 3D-Druck, Konsum 4.0 und Fleischersatzprodukten. In drei ausführlichen Analysen geben wir Einblicke in die Entwicklung und Umweltwirkungen der Trends und formulieren konkrete Handlungsoptionen für politische Entscheidungsträger/-innen.

Nutzung des 3D-Druck

3D-Druck wird bereits als Auslöser einer neuen industriellen Revolution gehandelt. Auch aus Umweltsicht sind große Hoffnungen mit der neuen Technologie verbunden. Durch 3D-Druck lassen sich beispielsweise leichtere Bauteile für Fahr- oder Flugzeuge herstellen und dadurch können Treibhausgase eingespart werden. Des Weiteren kann durch das Drucken von Ersatzteilen, die auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind, die Lebensdauer von Produkten verlängert werden. Gleichzeitig entstehen auf diese Weise jedoch auch neue Formen der Produktion, die von herkömmlichen Umweltstandards gar nicht adressiert werden. In unserem Bericht zum 3D-Druck, den wir gemeinsam mit dem Institut für Innovation und Technik für das Umweltbundesamt erstellt haben, beschreiben wir die Entwicklung, Prozesskette, Verfahren und die Materialien im 3D-Druck, den Markt für 3D-Druck sowie die zentralen Akteure und Anwendungsfelder und geben Handlungsempfehlungen für die Umweltpolitik.

Young Couple Shopping Online On Laptop With Multi Colored Shopping Bags On Sofa

Digitalisierung des Konsums (Konsum 4.0)

Welche Folgen hat die zunehmende Digitalisierung des Konsums auf die Umwelt? In unserer Studie "Konsum 4.0: Wie die Digitalisierung den Konsum verändert" gehen wir dieser Frage nach. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Unteraspekten Instant Shopping, Konsumentenbeeinflussung, digital aktive Konsumenten, grüne mobile Apps, Augmented / Mixed und Virtual Reality sowie digitalisiertes Bezahlen. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass sich der zunehmende Ressourcenverbrauch durch IKT-Technologien ebenso wie das voraussichtlich durch neue digitale Technologien allgemein steigende Konsumniveau negativ auf die Umwelt auswirkt. Gleichzeitig ergeben sich auch positive Effekte, beispielsweise dadurch, dass virtuelle Realitäten manche Produkte und Dienstleistungen teilweise ersetzen und durch Sharing-Plattformen Produkte effizienter oder länger genutzt werden können. Der Bericht wurde von adelphi und dem Institut für Innovation und Technik erstellt.

Fleisch der Zukunft: In-vitro-Fleischerzeugung, Insekten und pflanzenbasierter Fleischersatz

Der Konsum von Fleischprodukten steigt weltweit mit erheblichen Konsequenzen für Umwelt und Tierschutz einerseits, sowie gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen andererseits. Eine Reduktion des in Deutschland anhaltend hohen Fleischkonsums wird daher vielfach gefordert und eine verstärkte Nutzung alternativer Eiweißquellen beispielsweise vom Sachverständigenrat für Umweltfragen empfohlen. Eine Alternative zum Fleischkonsum bieten Fleischersatzprodukte, deren Markt sich derzeit durch ein dynamisches Wachstum auszeichnet. adelphi erstellt derzeit gemeinsam mit dem Institut für Innovation und Technik und dem Ecologic Institute eine Analyse dieses Trends, die die positiven und negativen Umweltwirkungen sowie die gesundheitlichen Auswirkungen von Fleischersatzprodukten unter die Lupe nimmt. Darauf aufbauend werden Handlungsoptionen und politische Empfehlungen formuliert.

Dieser Trendbericht befindet sich aktuell noch in der Ausarbeitung.