Deutschland und China wollen gemeinsam EMAS stärken

Bei den fünften Gesprächen der Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen am 9. Juli 2018 in Berlin einigten sich Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit im Rahmen des freien Welthandels.

01.08.2018

Die Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen dienen der Vertiefung der Zusammenarbeit und des Wirtschaftsaustausches beider Länder. Am 9. Juli 2018 sprachen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang hauptsächlich über den freien Welthandel und eine gegenseitige Marktöffnung für Finanzen sowie neue Beteiligungsmöglichkeiten für deutsche Firmen in China.

Die daraus entstandene deutsch-chinesische Erklärung unter dem Titel „Verantwortungsvolle Partner für eine bessere Welt“ vertieft die Gesprächsergebnisse in 71 Punkten zu den Themen internationale Ordnung, Handel und Märkte, Forschung und Innovation, nachhaltige Zukunft, Sicherheit sowie gesellschaftlich-kulturelle und Bildungszusammenarbeit. Die Verstärkung der Teilnahme von Unternehmen an Umweltmanagementsystemen soll zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen. Hierzu wollen sich beide Länder konkret zu EMAS austauschen und zusammenarbeiten sowie sich für die gemeinsame Anerkennung von Umweltzeichen in einem breiteren Umfang einsetzen.

EMAS ist weltweit verbreitet

Der UGA begrüßt den hochrangigen Dialog zwischen Deutschland und China und die Vereinbarung zu EMAS. EMAS ist ein unionsrechtlich verankertes System, das weltweit anwendbar ist. Zum einen können Unternehmen in einem EU-Mitgliedstaat ihre Standorte in Drittländern in ihre EMAS-Registrierung einbeziehen oder Unternehmen in Drittländern können selbst EMAS einführen und eine Registrierung im EMAS-Register beantragen.

Jedoch ist die weltweite Teilnahme von Unternehmen an EMAS noch sehr gering. Von den über 3.800 Unternehmen und Organisationen, die im europäischen EMAS-Register mit mehr als 9.000 Standorten eingetragen sind, liegen nur fünf Unternehmen außerhalb der Europäischen Union. Diese Unternehmen haben ihren Sitz in Belarus und Südkorea. Bei Unternehmen mit Sitz in einem Mitgliedstaat, die ihre Standorte in Drittländern in ihre Registrierung einbeziehen, sind es etwas mehr. Hier ist Deutschland ein Vorreiter mit knapp 30 Standorten in sieben Drittländern, davon sechs in der Volksrepublik China.

Der Umweltgutachterausschuss (UGA) sieht bei der weltweiten Anwendung von EMAS das Potenzial, den Umweltschutz für eine nachhaltige Zukunft voranzutreiben und unterstützt die Bundesregierung und die Volksrepublik China gern bei ihrem Vorhaben. Der UGA setzt sich für die Förderung und Verbreitung von EMAS ein. Für Deutschland gibt es bereits eine Zielmarke aus der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bis 2030, 5.000 EMAS-Standorte zu erreichen. Die Erreichung dieses Ziels begleitet der UGA aktiv und ist auch bereit, dieses Engagement weltweit auszubauen.

Weitere Informationen

§  Pressemitteilung der Bundesregierung vom 09.07.2018: Gemeinsame Erklärung anlässlich der 5. Deutsch-Chinesischen Regierungskonstellationen

§  Statistiken und Grafiken zur EMAS-Teilnahme: Zahlen aus dem europäischen EMAS-Register

EMAS steht für Eco-Management and Audit Scheme und ist das weltweit anspruchsvollste System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung. Der Umweltgutachterausschuss ist ein unabhängiges Beratungsgremium des Bundesumweltministeriums. Als Multi-Stakeholder-Forum führt der UGA unterschiedliche Interessengruppen im Bereich Umweltmanagement zusammen und setzt sich aktiv für die Umsetzung und Verbreitung des europäischen Umweltmanagementsystems EMAS ein.