Die neue Leitinitiative „Weathering Risk Peace Pillar”

„Weathering Risk Peace Pillar“ ist eine neue, vom deutschen Außenministerium geförderte Leitinitiative, um Klimasicherheit systematisch in Programmen zur Friedenssicherung zu berücksichtigen und die Wirksamkeit dieser Programme zu bewerten.

08.02.2022

Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass die Klimakrise eine Chance darstellen kann, wenn es darum geht, friedensstiftende und friedenssichernde Maßnahmen umzusetzen. Werden Klimafragen in friedenssichernden Programmen berücksichtigt, so trägt dies maßgeblich dazu bei, die nachhaltige Entwicklung und die Sicherung von Frieden voranzutreiben. Allerdings finden diese Überlegungen in den bisherigen Programmen kaum Eingang, und entsprechend gibt es auch noch keine robuste und systematische Methodik, um die mögliche Wirkung zu erheben.

„Weathering Risk Peace Pillar“ zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen und Programme zur Friedenssicherung zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren, in denen die Analyse klimabedingter Sicherheitsrisiken für verschiedene geografische Kontexte und Konfliktarten fest verankert ist. Die Komponente Peace Pillar ergänzt Weathering Risk um eine konkrete Umsetzungsdimension. Weathering Risk ist eine multilaterale Initiative, die darauf abzielt, integrierte Ansätze zur vorausschauenden Bewertung von Klima- und Sicherheitsrisiken zu entwickeln und zu erproben – um eine konkrete Umsetzungsdimension. Durch sie wird sichergestellt, dass der analytische Ansatz von Weathering Risk konkret in friedensstiftende und friedenssichernde Maßnahmen vor Ort einfließt.

Für eine nachhaltige Friedenssicherung vor Ort

Das Ziel von „Weathering Risk Peace Pillar” ist es, maßgeblich dazu beizutragen, dass Konflikte verhindert beziehungsweise gelöst werden. Erreicht wird dies durch bessere Friedensinterventionen, die Fragen der Klimasicherheit berücksichtigen. Gleichzeitig entstehen durch die Initiative robuste wissenschaftliche Belege, die sich aus der operativen Umsetzung der Programme und der strengen Wirkungsanalyse der Pilotprojekte speisen. Dadurch entsteht ein besseres Verständnis des Mehrwertes, der sich ergibt, wenn die Analyse klimabedingter Sicherheitsrisiken bei der Konzeption friedenssichernder Maßnahmen berücksichtigt wird.

Die erste Phase der Initiative ist im Januar 2022 gestartet. Während einer zweijährigen Pilotlaufzeit werden die Mitglieder des „Climate, Peace and Security Consortium (CPSC)“ Projekte entwickeln und durchführen. Das CPSC umfasst unter anderem die Berghof Foundation, das Centre for Humanitarian Dialogue (HD) und das European Institute of Peace (EIP). Neben adelphi, das bei „Weathering Risk Peace Pillar” die Koordination übernimmt und zum Thema Klimafragilität berät, ist auch Innovations for Poverty Action (IPA) Teil des Konsortiums; IPA zeichnet sich für die Evaluation der Wirkung der Pilotprojekte verantwortlich.

Durch die empirischen Erkenntnisse aus diesen Pilotprojekten und kontinuierliche strenge Wirkungsanalysen wird „Weathering Risk Peace Pillar” einen wertvollen Beitrag zu nationalen und internationalen politischen Strategien und Maßnahmen leisten. Indem Lessons Learned und Best Practice gesammelt werden, entstehen evidenzbasierte Empfehlungen dazu, wie die Analyse klimabedingter Sicherheitsrisiken genutzt werden kann, um nachhaltige Friedenssicherungsmaßnahmen vor Ort zu unterstützen.

Ansprechpartner: Lucas Destrijcker