Ein guter Tag für das Klima: Das Projekt 1.5 Degree Lifestyles startet

Ein nackter Fuß auf grünem Rasen

Mit einem geänderten Lebensstil gegen den Klimawandel – Forscher/-innen und Praktiker/-innen aus sieben europäischen Ländern untersuchen Möglichkeiten der Lebensstil-Änderung zur Unterstützung der Klimaziele.

31.05.2021

Das EU-Projekt 1,5° Lifestyles zielt darauf ab, Lebensstile zu fördern und zu verbreiten, die mit dem 1,5-Grad-Ziel im Einklang stehen, um auf diese Weise die dringend erforderliche Transformation zu beschleunigen. Das Projekt widmet sich einer der größten Herausforderungen unserer Zeit, dem Klimawandel, und trägt dazu bei, die im Pariser Abkommen und dem Europäischen Grünen Deal festgelegten globalen und europäischen Klimaziele zu erreichen. Die Bewältigung dieser Herausforderung ist dringend erforderlich, nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch vom Standpunkt der Gerechtigkeit aus gesehen. Denn die Beiträge zum Klimawandel und die Betroffenheit durch seine Folgen sind innerhalb von Gesellschaften und Generationen sehr ungleich verteilt.

Pro-Kopf-CO2-Verbrauchsemissionen von vier Einkommensgruppen weltweit im Jahr 2015 (Quelle: UNEP Emissions Gap Report, 2020)

Wissenschaftliche Belege über die Auswirkungen der Lebensführung auf den CO2-Fußabdruck

Das Projekt umfasst Forschende aus Finnland, Deutschland, Ungarn, Lettland, den Niederlanden, Spanien und Schweden und wird über das Programm Horizont 2020 der Europäischen Union finanziert.

adelphi und seine Projektpartner werden Leitlinien für politische Entscheidungstragende, zwischengeschaltete Akteure und das Individuum entwickeln, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen darüber basieren, wie sich Entscheidungen der Lebensführung auf den CO2-Fußabdruck auswirken und wie politische, wirtschaftliche und soziale Kontexte Optionen für nachhaltige Lebensstile ermöglichen oder einschränken.

IPCC-Bericht untermauert unseren Ansatz

Der Weltklimarat (IPCC) kommt in seinem Sonderbericht zur globalen Erwärmung zu dem Schluss, dass die Bekämpfung des Klimawandels nachfrageseitige Maßnahmen und Änderungen des Lebensstils erfordern wird. Frühere Versuche, solche Änderungen des Lebensstils umzusetzen, wurden durch drei Hauptfaktoren behindert: 

  • Begrenzte quantitative Daten darüber, wie Änderungen des Lebensstils zur Eindämmung des Klimawandels beitragen.
  • Kaum Hinweise bezüglich einer möglichen öffentlichen Akzeptanz drastischer Veränderungen.
  • Politische Defizite in der Vergangenheit: Es wurde zwar für Änderungen im individuellen Verhalten geworben, aber dabei wurden weder strukturelle Einschränkungen noch begünstigende Umstände bei der Umsetzung eines nachhaltigen Lebensstils berücksichtigt.

Das Projekt EU 1.5 ° Lifestyles nimmt sich aller dieser drei Faktoren an, indem Analysen von möglichen Lebensstilen auf Haushaltsebene mit Untersuchungen zu relevanten politischen und sozioökonomischen Strukturen auf verschiedenen Governance-Ebenen verknüpft werden. Die Einzigartigkeit des Projektansatzes besteht darin, dass er die Bedeutung der politischen Akzeptanz für Veränderungen anerkennt, potenzielle Beiträge von Einzelpersonen und Haushalten aufzeigt und deutlich macht, wo eine begrenzte Entscheidungsfreiheit der Haushalte ein Eingreifen der Politik beziehungsweise auch strukturelle Veränderungen erfordert, beispielsweise in Wohlfahrts- und Versorgungssystemen. 

Bürger-Denklabore für einen realistischen Übergang

Um die Ziele zu erreichen, wird adelphi im Rahmen des vierjährigen Projekts praktische Empfehlungen entwickeln, die sowohl in den Alltag der Bürgerinnen und Bürger als auch in die Politik auf nationaler und EU-Ebene integriert werden können. Das Projekt wird dazu beitragen, einen Überblick über die Potenziale und Hindernisse in Bezug auf Veränderungen auf Haushaltsebene zu schaffen, einschließlich Optionen für den Übergang zu 1,5-Grad-Lebensstilen sowie der damit verbundenen potenziellen Risiken und Chancen. In den fünf Fallstudienländern (Schweden, Lettland, Ungarn, Spanien und Deutschland) werden von adelphi zahlreiche Bürger-Denklabore organisiert, um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Ergebnisse zu produzieren und die Zielgruppen einzubeziehen. Darüber hinaus wird adelphi dazu beitragen, die Projektergebnisse zu kommunizieren und einem deutschen und internationalen Publikum, einschließlich Entscheidungstragenden, zugänglich zu machen. 

Weitere Informationen finden Sie auf der vorläufigen Website des Projekts hier.

Ansprechperson: Lena Domröse