Ein Paradigmenwechsel bei der Stadterneuerung in Osteuropa

Photo of the REVIPOWER-Workshop in Warsaw

Staus, Luftverschmutzung oder Migration: Polnische Städte stehen den Folgen von 80 Jahren nicht nachhaltiger Entwicklung gegenüber. Im Rahmen des REVIPOWER-Projekts haben polnische und deutsche Experten Empfehlungen zur Revitalisierung von Städten und zur Verbesserung der Lebensqualität erarbeitet.

28.03.2019

Die schnelle Verstädterung, umweltschädliches Wachstum sowie ineffiziente Lösungen in den Bereichen Technologie und Architektur haben zu einer Krise in den Städten geführt, die sich in Luft- und Lärmverschmutzung, ineffizienter Wassernutzung und nicht zuletzt in außergewöhnlich hohen Treibhausgasemissionen widerspiegelt. Auch Polen ist von den Folgen betroffen, die ein inadequätes Stadtentwicklungsmodell verursacht hat. Nach fast 80 Jahren nicht nachhaltiger Entwicklung stehen polnische Städte daher vor großen Herausforderungen.

Experten haben eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe namens REVIPOWER gebildet und ein Konzept für ein Modelltraining entwickelt. 2018 und 2019 wurden zwei Workshops nach der REVIPOWER-Methodik organisiert: einer in Zusammenarbeit mit der Stadt Warschau und einer in Zusammenarbeit mit Wrocławska Rewitalizacja [Wrocław-Revitalisierung]. Insgesamt wurden 60 Vertreter von Kommunalverwaltungen und Nichtregierungsorganisationen geschult; die Teilnehmer kamen u. a. aus den polnischen Städten Bydgoszczy, Ciechanowa, Sztumu, Ełku und Mielna. Im Zuge des Trainings überlegten die Teilnehmenden, wie man die städtische CO2-Bilanz reduzieren und die Lebensqualität in städtischen Gebieten verbessern kann.
Diese Zusammenarbeit, die Diskussionen in den Workshops und eine Reihe bewährter Verfahren aus Polen und Deutschland bildeten die Grundlage für die Entwicklung umfassender Schulungsmaterialien zur ressourcen- und energieeffizienten Revitalisierung von Städten, die in polnischer und englischer Sprache unter www.efficient-city.org zugänglich sind.

Darüber hinaus wurde anhand der Ergebnisse der Projektarbeit sowie der Erfahrungen der Projektpartner (Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa, IWO e.V., und das polnische Netzwerk Verband der Gemeinden, „Energie Cités“), der adelphi-Experten und des Koordinators des REVIPOWER-Projekts eine umfassende Visualisierung von inspirierenden und effektiven Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität von bebauten und natürlichen städtischen Flächen entwickelt. Zusätzlich wurde eine Checkliste für Kommunalverwaltungen erstellt, mit deren Hilfe sie die Qualität der bereits bestehenden Revitalisierungspläne überprüfen und diese durch Richtlinien, Strategien und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltqualität in den Städten – und somit der Lebensqualität und Gesundheit der Einwohner – ergänzen können.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Joanna Wis-Bielewicz.