Führende globale Experten und Regierungsvertreter stellen sich klimabedingten Risiken

Die von adelphi und anderen führenden Think Tanks organisierte Planetary Security Conference findet vom 5. bis 6. Dezember in Den Haag statt. Mehr als 300 Teilnehmende diskutieren in 12 Arbeitsgruppen wie die dringend nötige globale Zusammenarbeit im Bereich Klimarisiken ausgebaut werden muss.

30.11.2016

Am 5.- 6. Dezember treffen sich auf der Planetary Security Conference in Den Haag die Hauptakteure der globalen Community, die sich mit klimabezogenen Sicherheitsrisiken beschäftigen.

Im Jahr 2015 wurde die Planetary Security Initiative (PSI) durch das niederländische Außenministerium als dreijähriges Programm ins Leben gerufen, um Vertreter aus allen Regierungsebenen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft zusammenzubringen, um rechtzeitig Antworten auf klimabezogene Bedrohungen für die globale Sicherheit zu entwickeln.

Die Konferenz wird von einem Konsortium führender Think Tanks organisiert und bündelt Expertenwissen zu politischen Lösungsansätzen in diesem Bereich. Viele weitere Institutionen sind an der Organisation von 12 Arbeitsgruppen beteiligt, die wichtige Fragen zu dieser immer dringlich werdenden Sicherheitsagenda diskutieren.

Das Clingendael Institute leitet das Konsortium. Projektleiterin Louise van Schaik sagte: „Wir freuen uns sehr, von der Vorstellung des Problems zur Formulierung von Lösungen zu wechseln. Dafür benötigen wir internationale politische Unterstützung auf höchster Ebene."

Im Namen der niederländischen Regierung wird Außenminister Koenders die Eröffnungsansprache halten. Auf der letztjährigen Konferenz hob er hervor, dass die  die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Systeme der Welt aufgrund des Klimawandel unter enormer Belastung stehen und erklärte, dass "die schwersten Risiken entstehen werden, wenn die Auswirkungen des Klimawandels die schwachen Staaten überfordern werden".

Auf der Konferenz wird auch der Befehlshaber der niederländischen Streitkräfte Tom Middendorp sprechen, der Anfang des Monats sagte, dass die Auswirkungen des Klimawandels weltweit Kriege beschleunigen würden.

"Klimawandel verursacht Konflikte, schafft einen Nährboden für Extremismus, und schafft einen Anlass für Migrationsströme", sagte Middendorp.

Zwei Berichte als entscheidener Input für die Konferenz

Obwohl zahlreiche Regierungen und Institutionen wie die Vereinten Nationen (UN) und die Nordatlantikpakt Organisation (NATO) klimabezogene Auswirkungen auf Konflikte und Sicherheitsfragen anerkannt haben, müssen wir nun effektive Maßnahmen entwickeln, um diese immer noch unterschätzten Risiken zu bewältigen.

Ziel dieser Konferenz ist es, das Verständnis für diese Risiken unter Vertretern der Außen- und Verteidigungspolitik zu verbessern.

Alexander Verbeek, Berater der Planetary Security Initiative, sagte: "Bei der PSI geht es darum die Beteiligung der politischen Entscheidungsträger an der Umsetzung von Experten-Analysen in die Praxis zu fördern. Wir wollen die Interaktion der beiden Teilgruppen, die sich aus über 75 verschiedenen Ländern zusammensetzen, weiter voranbringen, und das möglichst schnell."

Zwei bahnbrechende Berichte wurden als Schlüsselelemente für die Konferenz vorbereitet – ein neuer Monitor, "Economics of Planetary Security: Climate Change as an Economic Conflict Factor", der erstmals die ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels in Verbindung mit dem Konfliktrisiko untersucht und verblüffende Ergebnisse präsentiert.

Der zweite Bericht, "Towards A Global Resilience Agenda", bewertet die Entwicklungen im klima- und sicherheitspolitischen Bereich und betont in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit weiterer Fortschritte, da sich die Sicherheitslage während der letzten 18 Monate verschlechtert hat.

Mehr über Planetary Security Conference

Hochkarätige Redner der Konferenz sind Amina J. Mohammed, Minister of Environment of the Federal Republic of Nigeria; Peter Fischer, Beauftragter für Energie- und Klimapolitik und Exportkontrolle, Auswärtiges Amt; Paula Caballero, Global Director, Climate Program, World Resources Institute (WRI), und André Haspels, Director General Political Affairs, Ministry of Foreign Affairs of the Netherlands.

Auf der Konferenz werden die Teilnehmer in Arbeitsgruppen zu folgenden Themen zusammenarbeiten:

  1. The EU and the Arctic, Horn of Africa, MENA, and South Asia regions
  2. Water and Food Security
  3. Resilience
  4. Governance and policy
  5. Foresight and Economics
  6. Defense and Intelligence

Das Ziel der Planetary Security Initiative (PSI) ist die Stärkung der wissenspolitischen Schnittstelle durch die Konsolidierung der Community of Practice zu planetary security. Das operative Konsortium führender Think Tanks zu diesem Thema umfasst die folgenden Institutionen:

  • Clingendael Institute – The Hague
  • adelphi – Berlin
  • Center for Climate and Security – Washington, DC
  • Hague Centre for Strategic Studies – The Hague
  • Institute for Environmental Security - The Hague
  • Stockholm International Peace Research Institute – Stockholm 

www.planetarysecurityinitiative.org

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