ICAP-Report 2016 zeigt: Emissionshandel immer wichtiger für Kampf gegen den Klimawandel

International gewinnt der Handel mit Emissionszertifikaten an Bedeutung: Stellen heute Staaten, Regionen und Städte mit Emissionshandelssystemen noch 40 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, so werden es bis Ende 2017 mehr als 50 Prozent sein, wie der ICAP Status Report 2016 zeigt.

23.02.2016

Die Weltklimakonferenz in Paris hat ein starkes Signal für ehrgeizige und nachhaltige klimapolitische Maßnahmen auf globaler Ebene gesendet. Das Paris-Abkommen ermöglicht den Mitgliedsstaaten die Nutzung von Kohlenstoffmärkten zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen und erkennt das Potential marktbasierter Ansätze für kosteneffektiven Klimaschutz an. In Paris wurde deutlich, dass über die Hälfte der Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) internationale Märkte nutzen wollen.

Wie es aktuell um Emissionshandelssysteme in der Welt steht, zeigt der am Dienstag in Berlin veröffentlichte Status Report 2016 der International Carbon Action Partnership (ICAP). Der umfassende Expertenbericht zeigt das stetige Wachstum der Emissionshandelssysteme (EHS) sowie deren Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel. Allein im Jahr 2015 wurde die Einrichtung fünf neuer EHS in Asien und Nordamerika eingeleitet.

Der Status Report 2016 gibt jedes Jahr einen Überblick über sämtliche weltweite Aktivitäten im Emissionshandel, hebt wichtige Trends hervor und bietet einen fundierten Ausblick auf zentrale Entwicklungen in den entstehenden Kohlenstoffmärkten. Im Jahr 2016 existieren weltweit bereits 17 EHS, die zusammen mehr als vier Milliarden Tonnen Treibhausgase erfassen.

Asien entwickelt sich zum Zentrum im Emissionshandel

Nachdem in Paris das globale Gerüst errichtet wurde, liegt der Fokus nun auf der Implementierung der vertraglich vereinbarten Zusicherungen. Der ICAP Status Report 2016 zeigt: In den kommenden Jahren werden sich EHS als kosteneffektive Klimaschutzmaßnahmen weiter ausbreiten. Seitdem Südkorea im Januar 2015 ein nationales Emissionshandelssystem gestartet hat, ist Asien mit insgesamt neun EHS in den vergangenen drei Jahren zum Zentrum des Emissionshandels geworden. Dieses starke Wachstum wird weiter anhalten, vor allem nach der Ankündigung Chinas, im Jahr 2017 ein nationales EHS und damit den weltweit größten einzelnen Kohlenstoffmarkt zu starten.

Die Kohlenstoffmarkt-Spezialisten Qian Guoqiang und Chen Zhibin von SinoCarbon präsentieren im Status Report 2016 die Fortschritte Chinas beim Aufbau des nationalen Emissionshandelssystems, während das koreanische Umweltministerium Einblicke in die Umsetzung des südkoreanischen EHS liefert. Darüber hinaus fasst der japanische Experte Masahiro Kimura die wichtigsten Erkenntnisse der ersten vier Jahre des Tokioter Emissionshandelssystems zusammen und bespricht zukünftige Maßnahmen zur Verbesserung.

Verstärkte Aufmerksamkeit für Kohlenstoffmärkte in Nordamerika

Auch jenseits des Atlantiks rückt der Klimawandel auf der politischen Agenda weiter nach oben. So haben die kanadischen Provinzen Manitoba und Ontario Ende 2015 ihre Pläne zur Errichtung von EHS angekündigt. Diese Entwicklung lässt vermuten, dass der Kohlenstoffmarkt im Rahmen der Western Climate Initiative (WCI) um die verknüpften EHS von Kalifornien und Québec ausgeweitet werden wird. In den Vereinigten Staaten hat außerdem der Clean Power Plan (CPP) neues Interesse am Emissionshandel hervorgerufen. Experten der Regional Greenhouse Gas Initiative erläutern, inwiefern ihr System die Vorgaben des CPP vorbildlich umsetzen kann. Derweil blicken David Clegern und Mary Jane Coombs (California Air Resources Board) auf die erste Umsetzungsphase des kalifornischen EHS zurück.

Parallel dazu befinden sich die bereits bestehenden EHS in einem strukturellen Reformprozess. Dieser soll sicherstellen, dass der Emissionshandel weiterhin einen effektiven Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen leisten und sich an sich ändernde Umstände und Klimaziele anpassen kann. Politische Entscheidungsträger in Europa nutzen dazu die Erfahrungen der letzten zehn Jahre, um das europäische Emissionshandelssystem für die nächste Dekade zu wappnen. Die Europäische Kommission liefert dazu Einblicke in die Vorbereitungen zu diesem Reformprozess. Die Niederländische Emissions-Aufsichtsbehörde (NEa) wiederum diskutiert, wie der Betrieb des EU EHS vereinfacht und verbessert werden kann.

Diese wegweisenden Systeme demonstrieren weiterhin der Welt die Flexibilität und Effektivität des Emissionshandels und inspirieren gegenwärtig politische Entscheidungsträger bei der Entwicklung von Emissionshandelssystemen der nächsten Generation.

Den ICAP Status Report 2016 finden Sie hier: https://icapcarbonaction.com/en/status-report-2016

Über ICAP

Die ‚International Carbon Action Partnership’ verbindet regionale, nationale und subnationale Regierungen und öffentliche Behörden aus der ganzen Welt, um wichtige Aspekte der Ausgestaltung von Emissionshandelssystemen und den Weg zu einem globalen Kohlenstoffmarkt zu diskutieren. 31 nationale und subnationale Jurisdiktionen sind ICAP seit dem Start im Jahr 2007 beigetreten. Weitere Informationen: www.icapcarbonaction.com