Klimawandel in Costa Rica: Wie reagieren Unternehmen im Tourismussektor?

Die Folgen des Klimawandels bedrohen zunehmend beliebte touristische Ziele Costa Ricas und somit die Existenz zahlreicher kleiner Unternehmen. Eine Fachstudienreise führte adelphi und die GIZ in besonders vulnerable Regionen und zeigte insbesondere Defizite in der Wahrnehmung von Klimarisiken auf.

24.09.2015

Die Tourismusindustrie Costa Ricas ist in besonderem Maße von den Folgen des Klimawandels betroffen. Ihre Vulnerabilität ergibt sich nicht nur aus der oftmals besonderen geografischen Lage der Destinationen, sondern auch durch die Wirtschaftsstruktur des Tourismussektors. Diese prägen vor allem zahlreiche Kleinst-, kleine und mittelständische Unternehmen (KKMU), die für das Bruttosozialprodukt und den Arbeitsmarkt des Landes von großer Bedeutung sind.

Wie sehr sind sich die KKMU Costa Ricas ihrer Verwundbarkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels bewusst? Welche Ansätze zur Anpassung an den Klimawandel existieren bereits und wie können Unternehmen sinnvoll bei der Umsetzung entsprechender Anpassungsmaßnahmen unterstützt werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer zweiwöchigen Fachstudienreise, die adelphi gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im August und September 2015 in Costa Rica durchführte.

Unternehmen zeigen Defizite in der Wahrnehmung von Klimarisiken

Die Reise führte die Teilnehmer in die südliche Karibik und die Nebelwaldregion Monteverde, welche besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Neben Interviews und Ortsterminen in beiden Regionen stand ein halbtägiger Workshop mit Vertretern öffentlicher und privater Institutionen des Tourismussektors im Zentrum der Mission. Mit ihnen wurden mögliche Klimarisiken für die Tourismusbranche und Ansätze zur Anpassung an den Klimawandel diskutiert.

Die Ergebnisse der Erkundung zeigen: KKMU in Costa Rica sind bislang nur wenig über die Gefahren des Klimawandels aufgeklärt. Vielen Unternehmern fällt es schwer, unmittelbare Klimarisiken für ihre eigenen Betriebe zu identifizieren. Darüber hinaus fehlt es ihnen oft am nötigen Know-How und an nötigen Ressourcen, um ihr Unternehmen effektiv gegen Folgen des Klimawandels zu wappnen.

Diesem Befund sollen nun konkrete Maßnahmen folgen. Im ersten Schritt werden relevante Akteure in beiden Regionen mit Workshops für die Auswirkungen des Klimawandels sensibilisiert. Darauf aufbauend werden anschließend Pilotmaßnahmen umgesetzt, die den Tourismussektor Costa Ricas bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen.

Die Studienreise ist Teil des Globalen Programms "Entwicklung und Pilotierung von Beratungsansätzen zur Kapazitätsentwicklung für Klimawandelanpassung im Privatsektor in Bangladesch, Zentralamerika, Marokko und Ruanda", das die GIZ mit Unterstützung von adelphi durchführt.