Mehr Förderung für indischen Mittelstand zur nachhaltigen Produktion

In drei Dialogrunden haben Vertreter von indischen Unternehmen und Behörden diskutiert, wie eine ressourceneffiziente Metalloberflächenbearbeitung erreicht werden kann. adelphi organisierte diese Gespräche Ende September um die Vertrauensbasis zwischen Betrieben und Behörden zu verbessern.

17.10.2014

Für die Bearbeitung metallischer Oberflächen, etwa das Verchromen von Wasserhähnen, sind Wasser, Energie und Chemikalien notwendig. Im Bearbeitungsprozess entstehen dadurch aber giftige Abwässer, die aufbereitet und entsorgt werden müssen. An dieser Stelle setzt das Projekt ACIDLOOP an: Ziel ist es, diese Produktion in indischen Unternehmen ressourceneffizienter zu gestalten. Indische und europäische Partner unterstützen mehr als 100 kleine und mittlere Betriebe (KMU) vor allem durch Prozessoptimierungen in der Metallbearbeitung. Somit tragen die Maßnahmen nicht nur zur Verringerung von Produktionskosten für die Unternehmen, sondern auch zum Umwelt- und Arbeitsschutz bei.

Um die Potenziale für Ressourceneinsparungen in diesem Industriesektor auszuloten, fanden am 26., 28. und 29. September 2014 Gesprächsrunden in drei indischen Städten statt. Vertreter indischer Firmen, Verbände, Behörden, Forschungseinrichtungen, Unternehmensberatungen und Kunden diskutierten dabei diese zwei zentralen Fragen: Wie lassen sich die indischen Umweltbehörden, Forschungseinrichtungen und Kunden in dieses Vorhaben einbeziehen? Wie können sie mit ihrem Wissen und Knowhow zum effizienteren Einsatz von Ressourcen beitragen?

Akteure besprechen Kooperationsmöglichkeiten und sehen Verbesserungsbedarf

In den Städten Chennai und Chandigarh konzentrierten sich die Dialogrunden auf die Rolle der Kunden und der Umweltbehörden. Beide können und sollen die KMU über Maßnahmen und Steigerungspotenziale für Ressourceneffizienz aufklären, müssen allerdings beachten, dass die Unternehmen dies nicht als Mittel zur Senkung der Verkaufspreise auffassen. Die Diskussion zeigte allerdings auch, dass die Expertise sehr stark von den jeweiligen Behördenvertretern abhängt und nach wie vor eine Vertrauensbasis zwischen Unternehmen und Behörden fehlt.

Die Gesprächsrunde in Delhi diskutierte die Rolle von Forschungsinstituten für Technologietransfer im Bereich Ressourceneffizienz. Hier zeigte sich in den Diskussionen, dass es an dezidierten Vermittlern zwischen den Forschungseinrichtungen und KMUs fehlt. Allerdings stellten die Teilnehmer heraus, dass Vermittler wie Beratungsunternehmen oder Cluster-Organisationen eher auf regionaler Ebene aktiv sein sollten als auf nationaler Ebene. Damit können diese auf die unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten eingehen.

Das ACIDLOOP Projekt wird aus den Mitteln der Europäischen Union gefördert. Weitere Informationen finden sie hier:

» ACIDLOOP Website