NATO rüstet sich für Klimawandel

Die Folgen des Klimawandels bedrohen die internationale Sicherheit und erfordern eine strategische Neuausrichtung des Verteidigungsbündnisses.

27.10.2010

Viele Nachbarregionen der NATO werden vom Klimawandel dramatisch betroffen sein. Dies gilt besonders für den südlichen Mittelmeerraum und Zentralasien. Zahlreiche Institutionen und Experten wie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die Europäische Union (EU) oder der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) sehen die politische Stabilität in diesen Regionen gefährdet. Auch die Infrastruktur der NATO-Streitkräfte hat mit den Folgen zu kämpfen – beispielsweise durch den Anstieg des Meeresspiegels.

Die NATO überarbeitet derzeit ihr strategisches Konzept, um diesen drohenden Gefährdungen besser begegnen zu können. Für Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen ist das Bündnis das geeignete Forum, diese neuen Sicherheitsrisiken und Gefahrenpotenziale zu diskutieren. Fragen der Energiesicherheit und die Auswirkungen des Klimawandels spielen dabei eine zentrale Rolle. Über diese Sicherheitsrisiken und Gefahrenpotenziale und deren Bedeutung für die internationale Sicherheit sprach Achim Maas, Projektmanager bei adelphi, mit Offizieren der Bündnisstaaten im Rahmen des „NATO European Security Co-operation Course“ an der NATO School in Oberammergau. Hierbei ging es vor allem um die Frage, wie die NATO als Regionalorganisation gemeinsam mit ihren Partnern einen Beitrag zur Vermeidung von klimainduzierten Krisen leisten kann. Vor dem Hintergrund laufender politischer Prozesse bei den Vereinten Nationen, der EU und der OSZE wurden zudem Synergiepotenziale zwischen den Organisationen aufgezeigt.