Reichen Sie Ihre Artikel für die Sonderausgabe „Die Zukunft der Ecolabels“ ein

Ecolabels werden an der Schnittstelle von Umweltschutz und Konsumenten gesehen. Eine Sonderausgabe des International Journal Of Life Cycle Assesment zielt darauf ab die zentralen Herausforderungen von Ecolabels zu identifizieren und zu beschreiben.

18.04.2018

Eines der wichtigsten Marktversagen, die Konsumenten davon abhalten noch stärker grüne Produkte nachzufragen sind die sogenannten ‚Informationsasymmetrien‘. Diese treten bei Transaktionen innerhalb verschiedener Abschnitte der Lieferkette auf, wenn wirtschaftliche Akteure keine oder zu wenige Informationen über die durch ihren Kauf verursachten Umweltauswirkungen haben. Gerade wenn es teuer und zeitintensiv für Konsumenten ist, an die jeweilige Information zu kommen, führt die Asymmetrie dazu, dass keine grüneren Produkte gekauft werden. Eine Hauptursache für das Problem sind irreführende Behauptungen über den ökologischen Fußabdruck von Produkten, die vor allem Endabnehmer davon abhalten eine größere Menge an grünen Produkten nachzufragen.

Als freiwilliges Politikinstrument an der Schnittstelle von Umweltschutz und Konsumenten werden Ecolabels als eine Lösung für dieses Problem aufgefasst. Sie sind wichtiger Bestandteil des europäischen Rahmens für nachhaltige Produktion und Verbrauch (SCP). Ecolabels ergänzen und stehen in Wechselwirkung mit anderen Politikinstrumenten wie der Kennzeichnung von Energieverbrauch, umweltfreundlichem Design und umweltorientiertem öffentlichem Beschaffungswesen. Indem sie hohe Umweltstandards kennzeichnen, geben sie dem Markt Anreize nachhaltigere Produkte zu entwickeln. Das Global Ecolabelling Network (GEN), ein globaler Verband von führenden Ecolabel-Organisationen, verfügt über 31 Mitgliedsorganisationen in 51 Gebieten und Ländern mit mehr als 300.000 zertifizierten Produkten weltweit. In den globalisierten und weit verzweigten Lieferketten haben Ecolabels bislang allerdings große Schwierigkeiten hohe Nachhaltigkeitsstandards durchzusetzen. Da Produkte selten nur für den nationalen Markt hergestellt werden und die Industrie international harmonisierte Standards benötigt, um den Handel voranzutreiben, ist es von großer Notwendigkeit die internationale Zusammenarbeit zwischen Ecolabels zu stärken. Neben einer international kohärenten Positionierung und Vereinbarungen über eine gegenseitige Anerkennung ist es von besonderer Bedeutung, dass Ecolabels globale Herausforderungen zusammen angehen, indem sie einheitliche Kriterien sowie gemeinsame Prüfungs- und Zertifizierungsmechanismen entwickeln.

Vor diesem Hintergrund rufen adelphi, das Umweltbundesamt (UBA), das Öko-Institut sowie das Institute for Research on Energy and Environmental Economics and Policy (IEFE) der Wirtschaftsuniversität Luigi Bocconi dazu auf Beiträge zum Thema „Zukunft der Ecolabels“ einzureichen. Das Ziel ist es diese zentralen Herausforderungen von Ecolabels zu identifizieren und zu beschreiben.

Die Sonderausgabe soll demnach Beiträge zum theoretischen Hintergrund genauso wie zu Problemen der praktischen Durchführung enthalten. Ebenfalls von Interesse sind bereits gewonnene Erfahrungen mit Ecolabels sowohl in Bezug auf Politikmaßnahmen als auch auf Unternehmensstrategien. Unsere Gastherausgeber sind insbesondere an Artikeln interessiert, die bedeutende wissenschaftliche Beiträge, Branchen- und/oder Unternehmensfallstudien enthalten. Diese können unter anderem auf folgende Inhalte eingehen:

  • Einbindung von Lieferkettenmanagement und kritischen Rohstoffen in Ecolabels
  • Einbindung von sozialen und Menschenrechtsaspekten in Ecolabels
  • Einbindung von Kreislaufwirtschaftsaspekten in Ecolabels
  • Leistungsmessung von Ecolabels
  • Einbindung von Ansätzen des ökologischen Fußabdrucks in Ecolabels
  • Innovative Konsumforschung um den Verkauf von gelabelten Produkten zu fördern

Manuskripte bitte über diesen Link einreichen: https://www.editorialmanager.com/jlca/default.aspx