Rumänien: Jäger und Umwelt-NGOs unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung

Eine Entscheidung der Regierung zur Jagd auf Großraubtiere ließ Jäger und Naturschutzorganisationen in einer Sackgasse zurück. Die EU-Großraubtier-Plattform organisierte einen Workshop in Bukarest, bei dem die aktuellen Probleme in einer moderierten Diskussion behandelt wurden.

23.06.2017

In den Waldlandschaften Rumäniens leben die größten Großraubtierpopulationen Europas (ohne Russland). In den letzten Jahren ermöglichte die Großraubtierverwaltung in Rumänien die Jagd auf große Fleischfresser, einschließlich des Braunbären und des Grauwolfs auf der Grundlage von Quoten, die von der Regierung ausgestellt wurden. Am 4. Oktober 2016 kündigte die rumänische Umwelt- und Forstministerin Cristiana Paşca Palmer an, im Jahr 2017 keine Quote für Braunbären, Grauwölfe, Luchse und Wildkatzen zu erteilen, aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Überwachungs- und Datenerhebungsmethoden im Zusammenhang mit verschiedenen großen Fleischfresser-Populationen in Rumänien. Die Ansichten über die Begründung dieser Entscheidung werden zwischen Interessengruppen aufgeteilt, die sich mit dem Management von Großraubtieren befassen.

Neuer gemeinsamer Ansatz für die Arbeit an Überwachungs- und Managemententscheidungen bei Großraubtieren

Im Juni brachte die EU-Plattform für Große Fleischfresser in einem Workshop verschiedene Akteure zusammen, die sich mit dem Management von Großraubtieren befassen, um zur Lösung der aktuellen Spannungen zwischen den Beteiligten beizutragen. Der Workshop behandelte das Thema: Koexistenz zwischen Menschen und großen Fleischfressern: Im Austausch von bewährten Verfahren in Monitoring und Kommunikation diskutierten die Teilnehmer, wie sie das Management in Zukunft verbessern können. Am Ende der zweitägigen Informationsveranstaltung und der erleichterten Diskussion einigten sich die Workshop Teilnehmer auf eine Erklärung zu den jüngsten Entwicklungen im Großraubtiermanagement in Rumänien. In diesem Zusammenhang legten sie einen neuen gemeinsamen Ansatz für die Arbeit an Überwachungs- und Managemententscheidungen für Großraubtiere fest, einschließlich der Rolle von Jägern. Alle Parteien betrachten dies als einen bedeutenden Fortschritt nach einer langen Phase, in der die Debatte extrem polarisiert und weitgehend über die Medien durchgeführt wurde.

Der Workshop wurde von den EU-Mitgliedern der Plattform WWF European Policy Office und der European Federation of Associations for Hunting & Conservation (FACE) sowie ihren nationalen Mitgliedern der General Association of Romanian Hunters & Anglers (AGVPS) und dem WWF Rumänien mit Unterstützung des Plattformsekretariats organisiert. adelphi und sein Partner Callisto stellten das Sekretariat zur Verfügung und waren verantwortlich für die Unterstützung der Parteien hinsichtlich Tagesordnung, Hintergrundinformationen, Organisation und Moderation.