Wie verwundbar ist Deutschland gegenüber dem Klimawandel? Neuer Bericht gibt Antworten

Die aktuelle Analyse des Netzwerks Vulnerabilität zeigt: Zunehmende Hitzewellen und Hochwassergefahr sowie klimabedingte Beeinträchtigungen der Wassernutzung können schon in naher Zukunft Gesundheit, Umwelt und Infrastrukturen belasten. Der Abschlussbericht zur Analyse wurde jetzt veröffentlicht.

24.11.2015

Über einen Zeitraum von vier Jahren hat adelphi mit seinen wissenschaftlichen Partnern und einem breiten Behördennetzwerk bundesweit sektorale, sektorenübergreifende und räumliche Folgen des Klimawandels identifiziert. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz haben das Bundesumweltministerium (BMUB), das Umweltbundesamt und der Deutsche Wetterdienst (DWD) am 24.11.2015 den Abschlussbericht "Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel" in Berlin vorgestellt. Auf rund 700 Seiten bietet dieser detaillierte Analysen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf insgesamt 14 gesellschaftlich und volkswirtschaftlich wichtige Sektoren und veranschaulicht sie mit vielfältigen Grafiken, Tabellen und Schaubildern.

Grundlage der Ergebnisse ist eine vom Netzwerk Vulnerabilität entwickelte Methodik der Vulnerabilitätsanalyse, die so konzipiert ist, dass sie in allen Handlungsfeldern der Deutschen Anpassungsstrategie angewendet werden kann. So konnten die Autoren wissenschaftlich fundierte und sektorübergreifend vergleichbare Einschätzungen der zu erwartenden Klimawirkungen herausarbeiten und zu einem integrierten Gesamtbild der Bedeutung des Klimawandels für Deutschland zusammenführen. Neu ist zudem, dass in der Vulnerabilitätsanalyse "erstmals für Deutschland auch sozioökonomische Szenarien wie Veränderung der Landnutzung, ökonomische und demographische Entwicklung betrachtet" wurden, wie Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes, bei der Pressekonferenz hervorhob.

Die verwendete Methodik kann auch in künftigen Studien für verschiedene Regionen und Zeiträume angewendet werden und ist daher umfassend dokumentiert worden.

Bericht ist möglicher Ausgangspunkt für vertiefte Vulnerabilitätsanalysen

Die Arbeiten des Netzwerks Vulnerabilität sowie der nun vorliegende Abschlussbericht sind ein wesentlicher Baustein für die Anpassungspolitik auf Bundesebene und liefern Entscheidern in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eine wichtige Grundlage zur Vermeidung beziehungsweise Verminderung von Klimafolgen. Mit seiner sektorübergreifenden Methodik bietet sich der Abschlussbericht gleichzeitig als Ausgangspunkt für vertiefende Vulnerabilitätsanalysen auf Länderebene und in einzelnen Ressorts an. So kam die Methodik in leicht abgewandelter Form bereits im Vulnerability Sourcebook zum Tragen, welches adelphi im Jahr 2014 im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelt hat.

Die Vulnerabilitätsanalyse erfolgte im Rahmen der Weiterentwicklung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS). Die Grundlage für die sektorenübergreifende, deutschlandweite Vulnerabilitätsabschätzung bildete die transdisziplinäre Zusammenarbeit und Methodenentwicklung im Netzwerk Vulnerabilität, einem Zusammenschluss aus 16 Bundesoberbehörden und -institutionen sowie einem Konsortium unter der Leitung von adelphi.

» Bericht: Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel

» Website des Netzwerks Vulnerabilität

» Presseinformation des Umweltbundesamtes