„System-Risk“ – Multinationales Projekt zur großflächigen Analyse und Management von Hochwasserrisiken in Europa

Starkregen, Überschwemmungen und Hochwasser betreffen jedes Jahr zahlreiche Länder in Europa – teilweise mit verheerenden Schäden. Eindeutige Prognosen für das Hochwasserrisiko und Entwicklungstrends sind bisher nur schwer zu treffen, vor allem aufgrund mangelhafter Datenlage und schwacher Kooperation zwischen den einzelnen Ländern.

Das Projekt „System-Risk“ hat an dieser Problematik angesetzt und im Rahmen des europäischen Förderprogramms H2020 zehn führende Zentren für Hochwasserforschung in Europa und acht Partner aus Industrie und Verwaltung vereint. Mit Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Österreich haben fünf Länder im multinationalen Vorhaben zusammengearbeitet. 

Ziel war die Entwicklung und Implementierung eines umfassenden Systemansatzes zur Bewertung und Analyse von Hochwasserrisiko im großflächigen Maßstab. Dies zielte vor allem auf die Umsetzung der europäischen Hochwasserrichtlinien ab, sowie auf verbesserte Instrumente zum Versicherungsschutz. Dazu hat das Projekt fünfzehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gefördert, die mit Hilfe von erhöhter Datenverfügbarkeit, sowie neuen Algorithmen und Technologien im Rahmen des Projekts Modellierungen, Analysen und daraus resultierende Maßnahmen erstellt haben.

Die drei Pfeiler des Projekts waren:

  1. Erstellung von Risikoketten, die den Pfad von Hochwasserereignissen vom Ursprung über den Verlauf, bis zu den finalen Konsequenzen aufzeigen
  2. Verknüpfung von Interaktionen, die die realistischen Prozesse zwischen physischen und sozialen Entwicklungen aufzeigen
  3. Darstellung der zeitlichen Dynamik des Hochwasserrisikos: Was verändert sich innerhalb von Stunden bis Tagen, wenn sich das Hochwasserrisiko durch das Ausbleiben von Schutzmaßnahmen ändert? Was ändert sich innerhalb von Monaten oder Jahren, wenn die Bevölkerung eigene Dynamiken zum Schutz vor Hochwasser entwickelt?

Koordiniert wurde das Vorhaben am Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ). adelphi unterstützte als Forschungsinstitut vor allem die Koordination des öffentlichen Auftritts und die wirksame Verbreitung der Projektinhalte. 

Publikationen des Projekts