Bessere Rahmenbedingungen für das Recycling von Abwasser und abwasserfreie Produktion in Indien

Die stetige Industrialisierung in Indien führt zu immer mehr Industrieabwässern. Diese Abwässer zu reinigen ist eine große Herausforderung, weil die Abfall- und Giftstoffe, die sie enthalten, in ihrer Zusammensetzung schwanken. Das führt zu gravierenden negativen Umweltfolgen in Indien, die beispielsweise am Fluss Ganges sichtbar sind, wo täglich rund 501 Millionen Liter Industrieabwässer in den Fluss eingeleitet werden. Die indische Regierung hat seit einiger Zeit einen Schwerpunkt auf Aktivitäten, die eine Verringerung der Verschmutzung von Oberflächengewässern durch Industrieabwässer zum Ziel haben. Hierbei sollen Recycling-, Wiederverwendungs- und Zero Liquid Discharge (ZLD)-Ansätze verfolgt werden. Um sie erfolgreich in Industrien und Institutionen einzuführen, erfordern sie jedoch einen adäquaten rechtlichen Rahmen, bestehend aus Richtlinien, Normen und gesetzlichen Bestimmungen.

Vor diesem Hintergrund unterstützt adelphi die GIZ im Rahmen der zweiten Phase des Programms Nachhaltige und umweltfreundliche Industrieproduktion (SEIP). Das Programm hat zum Ziel, die strategischen und operativen Governance-Strukturen der indischen Regierung zu stärken, um die Wasserverschmutzung durch Industrieabwässer effektiv zu bekämpfen. Die folgenden Hauptergebnisse werden angestrebt:

  • Ein gestärkter rechtlicher Rahmen
  • Verbesserte organisatorische Abläufe und Prozesse
  • Stärkere Anreizmechanismen
  • Leitlinien/e-Portale/Referenzdokumente
  • Ressourceneffizienz (EE) und nachhaltiger Konsum & Produktion (SCP)

Die zweite Phase ist somit eine Fortsetzung der Aktivitäten der ersten Phase, in der adelphi ebenfalls aktiv war.

In enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Wälder und Klimawandel der indischen Regierung (MOEF) wird adelphi das indische Zentralamt für Umweltschutz (CPCB) bei der Entwicklung eines Rahmens von Richtlinien, Standards und Empfehlungen zu regulatorischen Anforderungen unterstützen. Da vor allem der ZLD-Ansatz in der Vergangenheit kontrovers diskutiert wurde, ist es besonders wichtig, eng mit relevanten lokalen Stakeholdern zusammenzuarbeiten. So führt das adelphi-Team auf der Grundlage zahlreicher bilateraler Treffen und Workshops eine Gap-Analyse und Bedarfsermittlung durch, wobei nationale und internationale Best Practices berücksichtigt werden. Mit den abschließenden Projektergebnissen und einer Reihe von Trainings werden ausgewählte Regierungsbehörden dabei unterstützt, Dokumente zur Einführung von Recycling-, Wiederverwendungs- und ZLD-Ansätzen für ausgewählte Sektoren zu erstellen und zu verabschieden.