Die Grenzen des Konsums: Nachhaltiger Konsum unter der Berücksichtigung von Planetaren Grenzen und globalen Wachstumsdynamiken

Nachhaltiger Konsum

Seit Jahrzehnten steigt mit zunehmenden Wohlstand und wachsenden Bevölkerungszahlen die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen. So hat sich etwa der Rohstoffabbau global seit 1970 mehr als verdreifacht. Das erhöht auch den Druck auf die Umwelt. Die Ökosysteme der Erde sind nicht unbegrenzt belastbar. Wird der Druck an bestimmten Stellen zu hoch, kann das unumkehrbare Folgen haben. Das Konzept der Planetaren Grenzen beschreibt mit neun Dimensionen, wie etwa Klimawandel und Landnutzungswandel, den ökologischen Zustand des Planeten Erde. Bereits in den 1970er Jahren, als die Studie „Limits to Growth“ des Club of Rome veröffentlicht wurde, begann die Diskussion um Obergrenzen des Konsums (und der Produktion). Eine der zentralen Schlussfolgerungen war, dass bei gleichbleibender Entwicklung das Wirtschaftswachstum innerhalb eines Jahrhunderts an ökologische Grenzen stoßen werde. In verschiedenen Folgestudien wurden die Ergebnisse der in Computersimulationen berechneten Trends mit dem tatsächlichen Verlauf verglichen und dadurch bestätigt. Seither hat die Forschung verschiedene Optionen in den Blick genommen, wie Konsummuster sich verändern beziehungsweise verändert werden müssten, etwa um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Das Projekt „Die Grenzen des Konsums“ geht vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen und des Konzepts der Planetaren Grenzen im Auftrag des Umweltbundesamts insbesondere einer Frage nach: Lassen sich ausgehend vom Konzept der Planetaren Grenzen konkrete, global verallgemeinerbare Konsumniveaus quantifizieren, die innerhalb der planetaren Grenzen liegen? Diese Frage soll unter Berücksichtigung der Dimensionen des Konzepts der Planetaren Grenzen sowie mit Blick auf unterschiedliche Güter und Dienstleitungen beantwortet werden. Dazu wird im Projekt zunächst der wissenschaftliche Forschungsstand zu Konsumgrenzen aufgearbeitet. Anschließend erfolgen die Quantifizierung von Konsumgrenzen für Deutschland in Form verschiedener Konsummuster und ein Vergleich mit globalen Wachstumsdynamiken insbesondere in Schwellenländern. Die Forschungsergebnisse werden dann im Rahmen einer internationalen Tagung zum 50. Jahrestag der Veröffentlichung des Berichts „Die Grenzen des Wachstums“ wie auch durch die zielgruppengerechte Aufbereitung der Ergebnisse in Form von Infografiken verbreitet.

adelphi recherchiert und analysiert im Rahmen des Projekts den Wissensstand in der wissenschaftlichen Literatur, organisiert eine internationale Tagung, bereitet die Ergebnisse zielgruppengerecht auf und trägt zur Verbreitung in Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen bei.