Ein Kapazitätsentwicklungspaket zur Klimaanpassung für ausgewählte Zielgruppen in Himachal Pradesh und Uttar Pradesh

Der Global Climate Risk Index 2020 stuft Indien als das durch den Klimawandel fünftgefährdetste Land ein. Insbesondere extreme Hitze und die sich verändernde Verteilung der Niederschläge beeinträchtigt die Wasserressourcen des Landes. Die indische Regierung hat deshalb Anreize geschaffen (etwa durch den National Adaptation Fund for Climate Change (NAFCC) 2015 und die State Action Plans on Climate Change (SAPCCs) 2019), und die Zahl der Anpassungsprojekte hat entsprechend zugenommen. In diesem Kontext strebt die Regierung von Indien nun danach, weitere Kapazitäten auf lokaler Ebene zu schaffen, um Anpassungsmaßnahmen partizipativ und unter stärkerer Beachtung geschlechtsspezifischer Aspekte zu planen. So will sie die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung, insbesondere der verletzlichsten Gruppen einschließlich Frauen, besser berücksichtigen.

Um dazu beizutragen, die Risiken des Klimawandels für vulnerable Gruppen zu reduzieren, hat das indische Ministerium für Umwelt, Wälder und Klimawandel (MoEFCC) gemeinsam mit der GIZ das Programm Climate Adaptation and Finance in Rural India (CAFRI) initiiert. Im Rahmen dieses Programms hat die GIZ  adelphi beauftragt, ein Kapazitätsentwicklungspaket (KEP) für ausgewählte Zielgruppen zu entwickeln, um die Klimaanpassung in lokale Planungsprozesse einzubinden. Das KEP verfolgt hierbei zwei Hauptziele: Die Zielgruppen durch eine partizipative, bedarfsgerechte und geschlechtsspezifische Vorgehensweise für evidenzbasierte Anpassungsplanung, -finanzierung und -umsetzung zu sensibilisieren und zu schulen sowie die lokale Verwaltung und Fachabteilungen einzubinden, um die Unterstützung der Regierung zu nutzen. Die Projektaktivitäten betrachten insbesondere die Bedürfnisse zweier Hauptzielgruppen in zwei indischen Bundesstaaten (Himachal Pradesh und Uttar Pradesh): PRI-Mitglieder und lokale Frauenorganisationen (Mahila Mandals) einschließlich Frauen-Selbsthilfegruppen.

Als internationale Projektleitung ist adelphi maßgeblich an allen Etappen der Entwicklung des KEPs beteiligt. Mit Unterstützung lokaler Organisationen (CTRAN Consulting und Gorakhpur Environmental Action Group) führt adelphi eine Situations- und Bedarfsanalyse ausgewählter Zielgruppen sowie Fachabteilungen in Schlüsselsektoren in Form von Interviews und Vor-Ort-Besuchen durch. So soll sichergestellt werden, dass das KEP den lokalen Anpassungsbedarf bestmöglich unterstützt. Aufbauend auf bestehenden Schulungen, identifizierten Lücken und Bedürfnissen wird in einem Ko-Entwicklungsprozess mit Schlüsselakteur/-innen das KEP mit Toolkit entwickelt. Hierbei profitiert das Projekt von adelphis langjähriger Expertise im Bereich Toolification – ein innovativer Ansatz, der die Grundlage für partizipative Schulung legt, indem er die Teilnehmenden Schritt für Schritt durch interaktive Methoden anleitet. Neben einem modularen Toolkit wird das KPE Handbücher für einzelne Schulungseinheiten inklusive Standardarbeitsanweisungen für beteiligte Institutionen sowie Präsentationsfolien, Handouts und Umsetzungspläne enthalten. adelphi übernimmt darüber hinaus die strategische und technische Projektplanung und Wirkungsbeobachtung.