Energiepartnerschaft mit Japan und Korea

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterhält mit Partnerländern weltweit bilaterale Energiepartnerschaften und -dialoge, die eine vertrauensvolle internationale energiepolitische Zusammenarbeit auf Regierungsebene ermöglichen und darauf abzielen, einen entscheidenden Beitrag für eine erfolgreiche globale Energiewende zu leisten. Hierbei stellen Japan und Südkorea (folgend: Korea) für Deutschland wichtige Partner dar. Auf Basis eines vorangegangenen erfolgreichen Austauschs im Rahmen weniger formalisierter Energiedialoge konnten die energiepolitischen Beziehungen mit beiden Ländern in den vergangenen Jahren gefestigt und mit der Ausgründung der Energiepartnerschaften im Jahr 2019 institutionalisiert werden. Beide Partnerländer streben die Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft bis 2050 an. Japan und Korea sind dabei mit vergleichbaren Herausforderungen konfrontiert wie Deutschland, etwa mit Blick auf eine hohe Energieimportabhängigkeit sowie einer gleichermaßen energieintensiven wie exportorientierten breiten industriellen Basis. Gleichzeitig verfügen sie über komplementäre Kompetenzen zu deren Überwindung, woraus sich eine vielversprechende Ausgangsbasis für einen fruchtbaren Austausch und eine gemeinsame Lösungsfindung ergibt.

adelphi berät und unterstützt das BMWi bei der Umsetzung der Energiepartnerschaften, die es mit dem japanischen Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) und dem koreanischen Ministry of Trade, Industry and Energy (MOTIE) pflegt und zukünftig auch unter Einbindung von Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft weiterhin intensivieren möchte. Energiepolitische Veranstaltungen, Expert*innenworkshops sowie Studien- und hochrangige Delegationsreisen ermöglichen dabei den regelmäßigen Austausch der Regierungen sowie weiterer relevanter Stakeholder zu zentralen Fragestellungen und Lösungsansätzen für eine erfolgreiche Energiewende. Wissenschaftliche Einschätzungen in Form von Kurzgutachten, Hintergrundstudien und Analysen unterstützen die Energiepartnerschaft darüber hinaus inhaltlich.

Thematische Arbeitsgruppen (AGs) strukturieren die Arbeitsweise der Energiepartnerschaften. Die Japanisch-Deutsche Energiepartnerschaft fokussiert sich vor allem auf die beiden übergeordneten Bereiche Energiewende (AG1) und Wasserstoff (AG2). AG1 adressiert dabei vor allem Themen rund um Energieeffizienz, Digitalisierung und den Ausbau von erneuerbaren Energien, im Besonderen von Offshore-Windkraft. AG2 behandelt schwerpunktmäßig den Aufbau der Produktion von grünem Wasserstoff zur Marktreife, den Ausbau internationaler Wasserstofflieferketten, die Nutzung von grünem Wasserstoff zur Dekarbonisierung diverser Sektoren sowie einen gemeinsamen Austausch zu internationalen Standards und Zertifizierungssystemen.

Die Arbeit der Koreanisch-Deutschen Energiepartnerschaft ist in drei AGs untergliedert: Die AG1 (Energiewende) widmet sich vor allem den Themen Energieeffizienz in der Industrie und im Gebäudesektor und dem Ausbau und der Netzintegration erneuerbarer Energien. Auch hier steht aktuell Offshore-Windkraft im Vordergrund, auch im Hinblick auf die Förderung entsprechender Akzeptanz. Der Kohleausstieg und der damit verbundene Strukturwandel sind ebenfalls Gegenstand der AG1. AG2 (neue grüne Energietechnologien) legt den Fokus vor allem auf die Produktion und Anwendung von grünem Wasserstoff sowie auf die Nutzung innovativer Technologien zur Dekarbonisierung, während AG3 (Nukleare Dekommissionierung) schwerpunktmäßig regulatorische und technische Themen des Rückbaus von Kernkraftwerken sowie Sicherheitsfragen etwa im Bereich der Zwischen- und Endlagersuche und Akzeptanzförderung behandelt.

adelphi ist mit der Projektleitung betraut und stellt das Energiekooperationsteam mit Sitz in Berlin. Die deutschen Außenhandelskammern (AHK Japan und AHK Korea) sind als Projektpartner jeweils mit einem Sekretariat vor Ort vertreten. Als weitere Kooperationspartner unterstützen der Ostasiatische Verein (OAV), das Wuppertal Institut (WI) und das Institut für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart die Energiepartnerschaften projektbezogen mit wertvoller Fach- bzw. Länderexpertise.

Ein ebenfalls von adelphi geführtes Konsortium betreut zudem die Energiekooperationen des BMWi mit Australien und Neuseeland sowie mit den USA und Kanada.