Entwicklung einer Nationally Appropriate Mitigation Action für die Papier- und Zellstoffindustrie in Indonesien

Indonesien gehört zu den weltweit größten Treibhausgas-Emittenten und ist zugleich als Inselstaat stark vom Klimawandel betroffen. Daher hat die indonesische Regierung das Ziel ausgegeben, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 26 Prozent zu senken. Mit internationaler Unterstützung soll sogar eine Reduktion von bis zu 41 Prozent möglich sein. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, hat die indonesische Regierung im Jahr 2011 umfangreiche Maßnahmen im Nationalen Aktionsplan zur Anpassung an den Klimawandel festgeschrieben.

Im Rahmen des Projekts "Politikberatung zu Umwelt- und Klimaschutz (PAKLIM)" unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die indonesische Regierung dabei, eine nationale Klimastrategie aufzustellen und umzusetzen. Eine Komponente davon konzentriert sich auf die Entwicklung von sogenannten Nationally Appropriate Mitigation Actions (NAMAs), mit denen der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert und die Energieeffizienz in verschiedenen energieintensiven Industriebereichen gesteigert werden soll.

Zu diesen Industriesektoren zählt unter anderem die Papier-und Zellstoffindustrie. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Papier in Asien wird erwartet, dass dieser Industriezweig in den nächsten Jahren kontinuierlich wachsen wird. Schon heute gehört Indonesien zu den zehn größten Papierproduzenten der Welt.

Vor diesem Hintergrund entwickelte adelphi mit seinen Partnern Asian Management Consulting (AMC) und Perspectives eine sektorspezifische NAMA für das indonesische Industrieministerium. Ziel war es, dass Indonesien seine führende Rolle in der Papier- und Zellstoffindustrie bewahren kann, ohne dabei die nationalen Klimaschutzziele vernachlässigen zu müssen. Zu diesem Zweck hat das Projektteam mehrere Möglichkeiten zur Emissionsminderung in diesem Industriezweig herausgearbeitet und auf der Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse bewertet. Weiterhin werden unterschiedliche Politikinstrumente und Maßnahmen bezüglich der NAMA-Einführung beurteilt sowie ein Monitoring, Reporting & Verification System (MRV) entwickelt, das die Effektivität der Aktivitäten überwacht. Die Vorbereitung der NAMA wurde dabei durch einen kontinuierlichen Dialog auf Workshops vor Ort mit allen relevanten Stakeholdern begleitet. Die Ergebnisse der Arbeit sind in einem NAMA Report und einer NAMA Information Notice (NINO) dokumentiert. Mit der NINO wird das NAMA bei der UNFCCC registriert. Sie ermöglicht somit die Suche nach internationaler Projektfinanzierung, technologischer Unterstützung und Hilfe bei dem Aufbau lokaler Kapazitäten über die internationale Gebergemeinschaft.