Entwicklung einer Studie zu klimabedingten Schäden und Verlusten in Indien

India: Assessing the impact of Cyclone Phailin

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit einem globalen Vorhaben zu Risikobewertung und -management hinsichtlich der Anpassung an den Klimawandel beauftragt. Ziel des globalen Vorhabens ist es, innovative Konzepte und Instrumente zur Bewertung und Bewältigung von Klimarisiken in vier Pilotländern und -regionen zu entwickeln und zu testen. Die Ansätze sollen die Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bei deren Klimarisikomanagement unterstützen. Darüber hinaus sollen die Erfahrungen als sachkundige Empfehlungen in den internationalen Klimadialog einfließen. 

Bereits seit 1991 fordern Entwicklungsländer, dass die Verluste und Schäden, die sie durch den Klimawandel erleiden, in internationalen Abkommen berücksichtigt werden. Dennoch dauerte es bis ins Jahr 2007, bis der im Rahmen der COP13 verabschiedete Aktionsplan von Bali zum ersten Mal ein gemeinsames internationales Interesse an dem Konzept von "Loss & Damage" (L&D) erkennen ließ. Seitdem erfährt das Thema erhöhte Aufmerksamkeit. Um das Wissen über L&D zu erweitern, den Austausch und die Koordinierung zwischen den Akteuren zu stärken und Maßnahmen und Unterstützungen durch Finanzierungs- und Kapazitätsaufbau weiterzuentwickeln, wurde 2013 im Rahmen der COP19 der "Internationale Warschau-Mechanismus" (WIM) verabschiedet. Auch wenn der WIM und seine Arbeit positiv zur Kenntnis genommen wurden, gehen die Vorstellungen über die weitere Handhabung von L&D stark auseinander. Auch die konzeptionelle Grundlage von L&D ist noch nicht geklärt und einige operationelle Schwierigkeiten werden noch zu überwinden sein. Vor allem die Bewertung und Quantifizierung der aktuellen und prognostizierten Verluste und Schäden stellt eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe dar. Die Probleme drehen sich um die Kausalität zwischen Klimawandel und erlittenen L&D, die Bewertung von nicht-ökonomischen und indirekten Verlusten und die Berücksichtigung von langsam einsetzenden Ereignissen. Darüber hinaus gibt es noch kein klares Bild davon, welche Maßnahmen geeignet sind, um mit den Schäden und Verlusten umzugehen.

Indien ist eines der Länder, die in höchstem Maße verwundbar gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels sind. Aus diesem Grund zeigt das Land ein gesteigertes Interesse an bestehenden L&D-Methoden und an einem konsistenten Arbeitskonzept zur Entwicklung geeigneter Maßnahmen und Werkzeuge, mit denen das Risiko von klimabedingten L&D verringert werden kann. Vor diesem Hintergrund hat die GIZ adelphi und indische Experten beauftragt, eine technische Studie zu L&D in ausgewählten indischen Bundesstaaten zu entwickeln. Die Studie enthält neben einem L&D-Bewertungskonzept zwei Fallstudien aus den indischen Bundesstaaten Tamil Nadu und Odisha. Darüber hinaus stellt das Dokument eine Wissensbasis für den Umgang mit Schäden und Verlusten bereit, die mit langsam beziehungsweise schnell eintretenden Klimawandelfolgen verbunden sind und in anfälligen Sektoren und Bundesstaaten auftreten.