Entwicklung von Wirkungsketten des Klimawandels in Thailand - Stärkung der lokalen Teilhabe

Flut

Thailand ist ein Land mit mittlerem Einkommen (MIC), die meisten der 67 Mio. Einwohner leben (noch immer) in ländlichen Regionen. Beide Faktoren machen das südostasiatische Land höchst verwundbar gegenüber den erwarteten Folgen des Klimawandels. Bereits heute wird Thailand zu den katastrophenanfälligsten Ländern der Welt gezählt. Aus diesem Grund verstärkt die thailändische Regierung ihre Anstrengungen für ein umfassendes Katastrophenrisikomanagement und für neue Politiken, die auf eine wirkungsvolle Anpassung an die Folgen des Klimawandels zielen.

Das thailändische Amt für natürliche Ressourcen, Umweltpolitik und Planung (ONEP) treibt aktuell die Entwicklung einer nationalen Anpassungsstrategie (NAP) voran. Diese soll die verschiedenen Anpassungsziele, Handlungsoptionen und Prioritäten auf der nationalen Ebene miteinander in Einklang bringen. Darüber hinaus plant das ONEP mehrere Analysen auf der subnationalen Ebene, die in ausgewählten Hotspot-Regionen pilotiert werden sollen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt das ONEP bei diesem Vorhaben, im Rahmen des Vorhabens "Risikobasierter Nationaler Anpassungsplan" (Risk-NAP).

Im Jahr 2015 erstellten Forscher der Naresuan University eine erste nationale Vulnerabilitätsanalyse für Thailand. Ihre Analyse identifierte die spezifischen Verwundbarkeiten in den Kernbereichen des thailändischen Masterplan für den Klimawandel ("Thai National Climate Change Master Plan"): Landwirtschaft und Ernährungssicherung, natürliche Ressourcen, Wasser, menschliche Siedlungen und Sicherheit, Tourismus und Gesundheit. Im Anschluss an ihre Analyse entwickelt adelphi im Im Auftrag der GIZ sektorspezifische Wirkungsketten des Klimawandels mit partizipativ ausgerichteten Methoden. Diese Wirkungsketten sollen dem ONEP und seinen Partnern eine fundierte Basis liefern, um wirkungsvolle und zielführende Prioritäten zu setzen und um adäquate Maßnahmen für die nationale und subnationale Ebene zu entwickeln. Diese Wirkungsketten fließen auch in den laufenden NAP-Entwicklungsprozess ein.

In einem ersten Schritt unterstützte adelphi im Juni 2016 die Konzeption von zwei Workshops und Follow-Up-Veranstaltungen für Sektorverantwortliche der thailändischen Ministerien. Auf diese Weise sollte zum einen deren verbindliche Teilhabe und Identifikation mit dem Entwicklungsprozess der Wirkungsketten gesichert werden Zum anderen wurde dadurch die sektorspezifische Analyse aus dem Jahr 2015 verfeinert. Die Ausgestaltung der Wirkungsketten folgt den konzeptionellen Vorgaben aus dem Fünften Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC und stützt sich auf das Vulnerability Sourcebook von adelphi, EURAC und Z_GIS, dem ersten umfassenden Leitfaden für die Entwicklung und Durchführung standardisierter Vulnerabilitätsanalysen.