Fachstudienreise für Experten aus Chile zum Emissionshandel

Carbon Emissions

Im Kontext des Pariser Klimaabkommens hat Chile sich in seiner Nationally Determined Contribution (NDC) verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen (je Einheit BIP) bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 2007 zu senken. Im Rahmen einer umfassenden Steuerreform hat Chile bereits 2014 die Einführung einer CO2-Steuer auf Emissionen genehmigt, die 2018 in Kraft treten soll. Zusätzlich plant das Land die Einführung eines Emissionshandelssystems (EHS).

Vor diesem Hintergrund fand im Dezember 2017 eine fünftägige Studienreise einer chilenischen Delegation statt. Die Teilnehmenden der Studienreise erhielten eine intensive Schulung zu konzeptionellen Fragestellungen beim Aufbau eines EHS mit dem Ziel, die chilenische Regierung beim Kapazitätsaufbau von Regierungsvertretern und anderen relevanten Institutionen zu unterstützen und auf diese Weise die potentielle Entwicklung eines EHS in Chile voranzutreiben. Im Fokus standen dabei grundlegende konzeptionelle Fragestellungen mit Blick auf die Entwicklung eines EHS in Chile sowie der Austausch von Erfahrungen aus dem EU EHS und der Umsetzung in Deutschland. Bei Treffen mit dem Bundesministerium für Umwelt (BMU), der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt), Wissenschaftlern und Sachverständigen erhielten die 18 Teilnehmenden der Studienreise Einblicke in den rechtlichen und institutionellen Rahmen des EU EHS in Deutschland und dessen Umsetzung aus der Perspektive der verschiedenen Marktteilnehmer. Darüber hinaus war es Ziel des Austausches, im Falle der Einführung eines EHS in Chile mögliche Verknüpfungen mit dem EU EHS zu diskutieren.

Die Organisation der Studienreise wurde von adelphi in Abstimmung mit dem Auftraggeber, der DEHSt, FutureCamp und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Chile koordiniert. adelphis Leistungen umfassten neben der allgemeinen Organisation und Begleitung der chilenischen Delegation auch die Entwicklung von Lehrmaterialien, die Moderation verschiedener Dialogformate und Expertenvorträge. Die Studienreise wurde im Rahmen des Programms "Emissions Trading System: Capacity Building" des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) umgesetzt. Das Programm zielt darauf ab, Wissen und Erfahrungen aus Deutschland mit interessierten Ländern zu teilen, um sie beim Aufbau von Emissionshandelssystemen zu unterstützen.