"Grüne" Partnerschaften von Afrika und der EU stärken

Die COVID-19-Pandemie unterstreicht die bestehenden Verwundbarkeiten und vernetzten Risiken von Gesellschaften auf der ganzen Welt. Um die Pandemie zu bewältigen, brauchen die afrikanischen Länder eine auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtete Transformationsagenda, die die Weichen für eine nachhaltige und widerstandsfähige wirtschaftliche Entwicklung stellt. Partnerschaften mit der EU können dabei eine wichtige Rolle spielen, insbesondere im Kontext des Europäischen Grünen Deals. Zugleich könnte dadurch die Dekarbonisierungsagenda der EU unterstützt werden. Der Afrika-EU-Gipfel, der 2021 stattfinden soll, bietet eine einzigartige Gelegenheit, grüne Kooperationen zu fördern und den Wiederaufbau nach der Pandemie zu einem Wendepunkt für Nachhaltigkeit zu machen.

Das United Nations University Institute for Natural Resources in Africa (UNU-INRA) hat sich zum Ziel gesetzt, eine gemeinsame Agenda für Afrika und die EU zu skizzieren. Eine daraus entstandene Briefing Note verdichtet Kernbotschaften für eine grüne und gerechte Transformation in Afrikas Schlüsselsektoren – Energie, Land und Städte. Sie beleuchtet, welche Kooperationswege der Europäische Grüne Deal eröffnen könnte, und zeigt gleichzeitig die Bedenken der afrikanischen Partner auf, beispielsweise in Bezug auf das angedachte CO2-Grenzausgleichssystem. Eine starke Outreach-Strategie unterstützt die Ziele des Projekts, unter anderem durch Webinare und Beiträge von renommierten Nachhaltigkeitsexpert/-innen vom afrikanischen und europäischen Kontinent in strategischen Medien. Das Projekt profitiert von der Expertise zentraler regionaler Institutionen, darunter die Afrikanische Union (AU), die African Union Development Agency (AUDA-NEPAD), die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) und die UNECA. Es kooperiert außerdem mit dem African Trade Policy Centre (ATPC), dem African Climate Policy Centre (ACPC) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

adelphi unterstützt die Erstellung der Briefing Note und die strategische Öffentlichkeitsarbeit mit dem Fokus auf die externe Dimension des europäischen Grünen Deals. Einige dieser Auswirkungen entstammen Maßnahmen, die primär auf die Dekarbonisierung der EU abzielen, wie zum Beispiel mögliche Implikationen des CO2-Grenzausgleichs für Partnerländer oder veränderte Rohstoffströme durch die ökologische Transformation der europäischen Energie- und Landwirtschaft. Gleichzeitig kann der Grüne Deal zu einer bewussten Neuausrichtung der EU-Außenbeziehungen führen, beispielsweise durch eine verstärkte Zusammenarbeit bei langfristigen Transformationsstrategien oder die Ausweitung von Konzepten wie Just Transition auf die internationale Zusammenarbeit. adelphi unterstützt das Konsortium durch Recherchen, Analysen und Visualisierungen dabei, zu erkunden, was dies für die Afrika-EU-Beziehungen bedeutet.