Hotels4Climate - Förderung von Treibhausgasminderung im zypriotischen und griechischen Hotelsektor

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige sowohl für Griechenland als auch für Zypern. Während der letzten Jahre erlebte die Tourismusindustrie in der Region einen dynamischen Aufschwung: Griechenland erzielte 2018 mit 30 Millionen Besuchern einen Tourismusrekord. Diese Entwicklung hat viele Vorteile für die Länder, führt jedoch auch zu einem höheren Energiebedarf und damit steigenden Treibhausgasemissionen in der Hotellerie. Daher bemühen sich Beherbergungsbetriebe, vor allem Hotels, in beiden Ländern, Treibhausgase zu mindern und nachhaltiger zu werden, mit verstärkten Investitionen in Zertifizierungssysteme und Auszeichnungen. Trotz dieser Fortschritte haben touristische Unterkünfte, insbesondere kleine und mittlere Betriebe, ein großes Potenzial zusätzliche Treibhausgasemissionen einzusparen. So verfügen schätzungsweise 80% der griechischen Hotels über maximal 50 Zimmer und sind dadurch von gewissen Vorschriften nicht betroffen.

In diesem Zusammenhang wurde das Projekt Hotels4Climate im Rahmen der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ins Leben gerufen. Hotels4Climate zielt darauf ab, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, die durch die Hotelindustrie in Zypern und Griechenland verursacht werden. Dafür sollen Kapazitäten aufgebaut, Einsparpotenziale und geeignete Minderungsmaßnahmen für Treibhausgase bewusst gemacht sowie der Wissensaustausch und Zugang zum Finanzsektor erleichtert werden. Darüber hinaus wird eine Online-Informationsplattform bereitgestellt, die der Vernetzung von Hoteliers und weiterer wichtiger Interessengruppen dient. Die Plattform soll Wissen bereitstellen, mithilfe eines virtuellen Marktplatzes den Lebenszyklus von Hotelausstattung verlängern sowie ein webbasiertes Tool anbieten, das die Potenziale zur Einsparung von Treibhausgasen bewertet. Virtuelle Rundgänge durch Hotelräume im Tool informieren anschaulich über mögliche Minderungsmaßnahmen und erlauben die Berechnung der Treibhausgas- und Kosteneinsparungspotenziale. Durch Vernetzungsmöglichkeiten, sowohl online als auch offline, wird ein stabiles Netzwerk zwischen der Hotellerie und der Finanzbranche aufgebaut, das zu einer langfristigen Zusammenarbeit und der Entwicklung geeigneter Finanzprodukte führen soll. Letztendlich möchte das Projekt einen Beitrag zu den nationalen Klimazielen Zyperns und Griechenlands leisten, um die Treibhausgasemissionen in den Sektoren, die nicht am EU-Emissionshandel (ETS) teilnehmen, um 24 % beziehungsweise 16 % zu reduzieren.

Hotels4Climate wird von einem Konsortium bestehend aus der Cyprus Employers and Industrialists Federation (OEB), dem Institute of Greek Tourism Confederation (INSETE) und adelphi umgesetzt. adelphi ist verantwortlich für die Entwicklung der Online-Plattform, die als Informationsnetzwerk zwischen den wichtigsten Interessengruppen dient und Wissensprodukte sowie ein webbasiertes Tool zur Identifikation und Berechnung von Einsparpotenzialen bereitstellt. Darüber hinaus unterstützt adelphi die Partner bei der Marktanalyse der Hotelindustrie, erarbeitet Best Practices und Geschäftsmodelle aus Deutschland und identifiziert geeignete Finanzierungsinstrumente für den zypriotischen und griechischen Kontext. Zusätzlich wird adelphi eine Studienreise für zypriotische und griechische Hotelvertreter zu ausgewählten Best Practices in Deutschland organisieren sowie deutsche Hoteliers auf Studienreisen nach Zypern und Griechenland begleiten.