Innovative Werkzeuge für das Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement in der Wertschöpfungskette

2011 verabschiedeten die Vereinten Nationen ihre Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Seitdem hat sich das Konzept der „unternehmerischen Sorgfalt“ zunehmend als Ansatz etabliert, um die Auswirkungen von Unternehmen auf Umwelt und Menschenrechte zu adressieren und Prozesse einzuleiten, die Verstöße vermeiden, mindern oder wiedergutmachen sollen. Der Begriff der unternehmerischen „Sorgfalt“ (due diligence) bezieht sich dabei zumeist auf Aktivitäten, die in Menschenrechtsverletzungen resultieren könnten. Von einer expliziten umweltbezogenen Sorgfaltspflicht wird nicht gesprochen. Auch in der Praxis werden diese zwei Dimensionen der Sorgfaltspflicht meist getrennt behandelt.

Der Schutz der Umwelt und der Menschenrechte überschneiden sich jedoch in zahlreichen Punkten. Zudem kann die Erweiterung des „Sorgfaltsverständnisses“ auf die Umweltdimension dabei helfen, ganzheitliche Managementsysteme für umweltbezogene und menschenrechtliche Risiken zu entwickeln, die den prozeduralen Umgang mit beiden Risiken vereinfachen und standardisieren können. Um die bisherigen Bemühungen der Bundesregierung bezüglich der Einhaltung der umweltbezogenen Sorgfaltspflichten deutscher Unternehmen voranzutreiben und ein integratives Verständnis von umweltbezogener und menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht zu entwickeln, hat das Umweltbundesamt adelphi gemeinsam mit Systain Consulting und Schweizer Legal mit einer Studie beauftragt, die bedeutende (potenziell) negative umweltbezogene und menschenrechtliche Auswirkungen in den Wertschöpfungsketten von acht Branchen analysiert.

  • Im Rahmen von insgesamt acht Branchenstudien werden Umweltrisiken quantitativ erfasst und qualitativ kategorisiert und bewertet.
  • Gleichzeitig werden branchenspezifisch die bisherigen nationalen und internationalen Aktivitäten und Regularien im Bereich der umweltbezogenen Sorgfaltspflichten und die konkreten Charakteristika der Wertschöpfungskette untersucht, um zentrale Einflussfaktoren auf die Umwelt herauszuarbeiten.
  • Ziel ist es, sowohl Verbindungen zu menschenrechtlichen Risiken und Themen herzustellen, um die Interaktion zwischen Mensch und Umwelt und die zentrale Bedeutung eines ganzheitlichen Verständnisses von Sorgfaltspflicht hervorzuheben, als auch die Notwendigkeit der gesonderten Betrachtung von Umweltbelangen zu betonen.

Basierend auf den Studienergebnissen werden Vorschläge für das Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement in den branchenspezifischen Wertschöpfungsketten erarbeitet. Diese sollen Unternehmen als Grundlage dienen, um Maßnahmen umzusetzen, die umweltbezogene und menschenrechtliche Risiken vermeiden beziehungsweise mindern. Das Vorhaben entwickelt zudem Werkzeuge für Unternehmen, um ihr Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement prozedural an das Konzept der Sorgfaltspflicht anzupassen und weiterzuentwickeln.

Publikationen des Projekts