Investitionsplan zur Finanzierung der Wärmewende für einkommensschwache Haushalte

Heater

Um die Ziele des Bundes-Klimaschutzgesetzes zu erreichen und die nationale Energiewende zu verwirklichen, braucht es unbedingt auch eine entsprechende Wärmewende. Alleine der Gebäudesektor muss nach einer Novelle des Klimaschutzgesetzes vom Juni 2021 eine Treibhausgasminderung um circa 44 Prozent der Emissionen des Jahres 2020 bis 2030 erfüllen. Da der Gebäudesektor eine heterogene Gebäude- und Eigentumsrechtsstruktur aufweist, steht er vor großen Herausforderungen. Durch eine komplexe Instrumentenlandschaft wird die Situation zusätzlich verschärft. Die Senkung des Wärmebedarfs und die Umstellung auf Wärmeversorgung aus regenerativen Energiequellen sind die tragenden Pfeiler bei der Umsetzung der Wärmewende im Gebäudesektor auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2050.

Veränderungen im Gebäudebereich erfordern aber auch hohe Investitionen. Gerade einkommensschwachen Haushalten fehlt jedoch die Kaufkraft. Und oft fehlt ihnen auch die Entscheidungsmacht, neue Investitionen in Wohngebäuden vorzunehmen. Hier besteht das Risiko, dass sie dadurch in der Energiewende immer weiter zurückgelassen werden. Im Rahmen dieses Projekts wird daher eine Strategie entwickelt, mit der Finanzierungsmechanismen der Wärmewende in Deutschland erweitert und in der Breite implementiert werden können. Oberstes Ziel ist es, Energieeffizienz auch in Haushalten mit niedrigen Einkommen zu ermöglichen. Damit wird ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag zum Gelingen der Energiewende geleistet.

Folgende Schritte werden dafür konkret unternommen:

  • Koordinierung von Unterstützungsmaßnahmen, um Lücken bei der Einführung von Energieeffizienzmaßnahmen in Haushalten zu schließen;
  • Entwicklung tragfähiger Umsetzungsstrategien für sozial und technisch innovative Finanzierungsmechanismen unter Berücksichtigung des nationalen und lokalen Kontexts;
  • Sensibilisierung für und Auslösung von Maßnahmen durch gezielten Dialog und Einbeziehung von Interessengruppen;
  • Machbarkeitsstudie für die Umsetzung ausgewählter Finanzierungsinstrumente anhand von Fallbeispielen in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen; und
  • Entwicklung eines Entscheidungsunterstützungssystems und einer Einführungsstrategie für die Übertragbarkeit und Reproduzierbarkeit innovativer Finanzierungsmechanismen innerhalb Deutschlands sowie Abschätzung der Wirkungen der Instrumente hinsichtlich Energieeinsparung und Emissionsminderung in Deutschland.

Es sollen unterschiedliche Finanzierungsmodelle erprobt und konfiguriert werden. Ziel ist es, Finanzierungsmodelle zu finden, mit denen einkommensschwache Haushalte eingebunden werden können, ohne dass die Haushalte, der Staat oder das Gesamtsystem überlastet werden.

Im Rahmen des Projekts „Investitionsplan zur Finanzierung der Wärmewende für einkommensschwache Haushalte“ (kurz: INVEST) werden innovative Finanzierungsmodelle entwickelt, mit denen die Energiewende im Gebäudebereich bezahlt werden kann. Das Projekt wird im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) im Förderschwerpunkt „Energiewende und Gesellschaft“ gefördert.

adelphi identifiziert für das Projekt nationale Akteur*innen der Wärmewende mit Finanzierungsbezug sowie Hemmnisse bei der Umsetzung der Wärmewende im Mietwohnungsbereich. Des Weiteren erarbeitet adelphi ein Handbuch zu Finanzierungsmodellen sowie eine Fallstudie im Raum Berlin-Brandenburg. Flankiert wird das Projekt mit Kommunikationsmaßnahmen und Vernetzungsaktivitäten. An dem Projekt sind neben adelphi auch das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart (Gesamtprojektleitung) und das Institut für Future Energy Consumer Needs and Behavior (FCN) an der RWTH Aachen beteiligt.