Kirchen für den Klimaschutz: Strategie und Geschäftsplan für die Klima-Kollekte

Beautiful view of historic Berlin Cathedral (Berliner Dom) at famous Museumsinsel (Museum Island) with excursion boat on Spree river in beautiful evening light at sunset in summer, Berlin, Germany

Den effektivsten Schutz für unser Klima stellt die Vermeidung von Treibhausgasemissionen dar. Doch bis zu einer klimafreundlichen Gesellschaft ist es noch ein weiter Weg. Denn nicht immer können klimaschädliche Emissionen vermieden oder reduziert werden. Eine freiwillige CO2-Kompensation erlaubt es Privatpersonen und Unternehmen, ihre eigenen unvermeidlichen Emissionen aus Energie, Mobilität oder Konsum zu berechnen und auszugleichen. Dies geschieht, indem die entsprechende Menge CO2 an anderer Stelle durch ein Klimaschutzprojekt eingespart wird.

Viele kirchliche Akteure, zum Beispiel Landeskirchen oder Kirchengemeinden, betreiben – auch im Sinne der Schöpfungsverantwortung – bereits aktiv Klimaschutz, beziehen Strom aus erneuerbaren Energien oder führen klimafreundliche Veranstaltungen durch. Zusätzlich können sie mit Hilfe des kirchlichen Kompensationsfonds, der Klima-Kollekte, ihre Treibhausgasemissionen ausgleichen und mit einem finanziellen Beitrag klimafreundliche Entwicklungsprojekte in Indien, Kenia oder Nicaragua unterstützen.

Der Markt für freiwillige Kompensation hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt und steht nun vor Umbrüchen. Insbesondere das Paris-Abkommen als Meilenstein der internationalen Klimapolitik verändert die Rahmenbedingungen. Wie wird sich der freiwillige Kompensationsmarkt in Deutschland bis und nach 2020 entwickeln? Welche neuen Regelungen wird es für die Durchführung von Klimaschutzprojekten geben?

adelphi untersuchte im Auftrag der Klima-Kollekte die Auswirkungen des Paris-Abkommens auf den Markt für freiwillige CO2-Kompensation und ging der Frage auf den Grund, wie sich eine Organisation wie die Klima-Kollekte angesichts dieser Veränderungen positionieren könnte. In gemeinsamen Workshops wurden mithilfe der interaktiven Beratungstools der SEED-Initiative die sozialen, ökonomischen und umweltrelevanten Ziele des Unternehmens definiert und Strategien für ihre Umsetzung erarbeitet.

Des Weiteren führte adelphi eine Serie von Interviews mit kirchlichen Experten durch, um die Einstellungen zum Klimaschutz im kirchlichen Raum und die Charakteristika unterschiedlicher Zielgruppen zu verstehen. Von den Ergebnissen leitete adelphi Empfehlungen für das zukünftige Marketing, den Vertrieb und die Prioritäten des Unternehmens ab und erstellte einen Geschäftsplan für die nächsten fünf Jahre mit mehreren Szenarien. Das Projekt trug dazu bei, das Potenzial der freiwilligen CO2-Kompensation zu nutzen und kirchliche Einrichtungen weiter für diese Option zu sensibilisieren.