Kooperation vertiefen, Synergien stärken - Klimadialog zwischen der EU und Indien

Indien spielt eine wichtige Rolle in den globalen Bemühungen, die Folgen des Klimawandels vorzubeugen und abzuschwächen. Zum einen ist Indien selbst von den Folgen des Klimawandels erheblich betroffen, was sich bereits heute in Form von Überschwemmungen und Hitzewellen äußert. Zum anderen belegt Indien, nach Europa, Rangplatz vier unter den Ländern mit dem meisten CO2- Ausstoß und trägt damit entscheidend zum Klimawandel bei. Darüber hinaus wird Indiens Bevölkerung wie auch Indiens Wirtschaft in den kommenden Jahrzehnten weiter anwachsen, was mit einem steigenden Energiebedarf einhergeht. Eine nachhaltige Entwicklung Indiens ist damit sowohl für nationale Anpassungsstrategien in Indien selbst, als auch für globale Dekarbonisierungsziele entscheidend. Schon im Vorfeld der Klimakonferenz in Paris kündete Narenda Modis Regierung im Oktober 2015 die klimapolitischen Ziele Indiens (Intended Nationally Determined Contribution, INDC) an. Er verpflichtete Indien CO2- Emissionen auf 33 bis 35 Prozent gemessen an 2005 zu reduzieren, sowie 40 Prozent der Energie aus sauberen Energiequellen zu beziehen.

Aus diesen Gründen ist Indien ein wichtiger Kooperationspartner für die Europäische Kommission, um an die Erfolge der Klimakonferenz in Paris (COP21) und dem Pariser Abkommen (Paris Agreement) anzuknüpfen. Die Kommission und insbesondere die zuständige Behörde für diplomatische Angelegenheiten („European External Action Service, EEAS)“ haben im Zuge dessen weitere Schritte eingeleitet, um die Beziehungen zu Indien über 2016 hinaus aufrecht zu erhalten und gemeinsame klimapolitische Umsetzungsstrategien festzulegen. Auf dem 13. Summit/Treffen/Konferenz der EU und Indien in Brüssel im März 2016, einigten sich beide Länder auf ein Abkommen (Joint Declaration on a Clean Energy and Climate Partnership). Die EU und Indien streben demnach eine stärkere Kooperation im Bereich Energie sowie die Etablierung eines nachhaltigen Dialogs zu klimapolitischen Maßnahmen an. Dazu gehört insbesondere ein Austausch zu Mitigations- und Adaptionsstrategien mithilfe von Technologietransfer und Wirtschaftskooperationen zwischen Indien und der EU sowie mit einzelnen europäischen Mitgliedsstaaten und zwischen Unternehmen.

adelphi leitet das Konsortium, das die zuständige europäische Behörde für diplomatische Angelegenheiten („European External Action Service“, EEAS) unterstützen soll, einen solchen Dialog zu organisieren. Ziel ist es eine Kommunikationsplattform zu gestalten, die beide Länder unterstützt, Erfahrungen und Kenntnisse sowie technologisches Fachwissen auszutauschen. Gegenseitiges Verständnis für die Anliegen des Partnerlandes sowie ein gemeinsamer Lernprozess sollen angestoßen werden. Bisherige Initiativen der indisch-europäischen Kooperation werden in den Dialog einfließen, um Synergien der Projekte zu verwirklichen.

Zur Umsetzung des Dialogs sind drei verschiedene Dialogformate geplant: (1) Eine Veranstaltungsreihe mit Expertengesprächen zu verschiedenen klimapolitischen Themen, (2) eine Studienreise in Europa für indische Delegierte und (3) eine Abschlusskonferenz des Projekts im Sommer 2017. Der Dialog soll damit den Austausch und die Kommunikation zwischen europäischen Experten, Stakeholdern und Regierungsbeamten vor allem im Bereich saubere Energie und nachhaltige Entwicklung stärken.

adelphi koordiniert das Projekt, übernimmt die konzeptionelle Führung und verantwortet inhaltlich die Auftakt- und Schlussberichte, welche die Resultate, Entwicklungen und Erfahrungen dokumentieren.