Mistra Geopolitics II - Nachhaltige Entwicklung in Zeiten geopolitischen Wandels

Geopolitische Veränderungen beeinflussen die globale Nachhaltigkeitsagenda, und eine nachhaltige Transformation wiederum wird die internationalen Beziehungen in vielerlei Hinsicht verändern. Um also eine ambitionierte Umwelt- und Klimapolitik voranzutreiben und im gleichen Zuge geopolitische Risiken zu mindern, müssen Entscheidungstragende die komplexen Wechselwirkungen von internationalen Beziehungen, menschlicher Sicherheit und Umweltveränderungen in verschiedenen Regionen der Welt verstehen.

Die Schwedische Stiftung für Strategische Umweltforschung (Mistra) fördert die zweite Phase des Programms Mistra Geopolitics, das diese Zusammenhänge wissenschaftlich untersucht und sie mit zentralen Stakeholdern aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft diskutiert. Beteiligt sind vier schwedische Universitäten und vier Denkfabriken, unter anderem adelphi und E3G als internationale Partnerorganisationen.

adelphi trägt zum Arbeitsstrang Geopolitik von Dekarbonisierung bei: In enger Kooperation mit dem Stockholm Environment Institute, das das Konsortium leitet, untersucht adelphi in einer Studie vergleichend, wie sich das Phänomen des „carbon lock-in“ in der Förderung fossiler Rohstoffe in Kolumbien und Nigeria manifestiert und welche Rolle geopolitische Diskurse dabei spielen. Beide Länder hängen von der Förderung und dem Export fossiler Energien ab und haben mit bewaffneten Konflikten zu kämpfen. Konzeptionell baut die Analyse auf adelphis Vorarbeiten aus der ersten Programmphase auf. Basierend auf den Erkenntnissen sollen neben der Studie auch Policy Briefs und ein Guide für Entscheidungstragende entstehen, um die weitere Verankerung von fossilen Ökonomien überwinden zu helfen.