Monitoring der Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke

Die deutsche Klimapolitik hat mit der Verabschiedung des Klimaschutzgesetzes im Jahr 2019 ihre Klimaschutzziele verbindlich gemacht. Mit der Novellierung dieses Gesetzes im Juni 2021 wurde das Ziel der Klimaneutralität von 2050 zudem auf 2045 vorgezogen. Als Konsequenz dieser Erhöhung des Ambitionsniveaus wurden die sektoralen Emissionspfade verschärft: Die Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) in der Industrie müssen dementsprechend von 182 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in 2021 auf 118 Millionen Tonnen in 2030 gesenkt werden. Dabei spielt die Steigerung der Energieeffizienz eine zentrale Rolle, wie auch in der bereits 2019 beschlossenen Energieeffizienzstrategie 2050 ersichtlich ist. Diese listet neben den sektorenübergreifenden Maßnahmen, wie zum Beispiel die Einführung der CO2-Bepreisung in Nicht-ETS-Sektoren, auch 13 sektorspezifische Energieeffizienzmaßnahmen für die Industrie auf.

Als Ergänzung zu den regulatorischen, marktbasierten und fiskalischen Maßnahmen haben sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) sowie 21 Verbände und Organisationen der deutschen Wirtschaft auf das freiwillige Instrument der Effizienznetzwerke geeinigt. Die 2021 gestartete Initiative Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerke (IEEKN) stellt eine Weiterentwicklung der 2020 abgeschlossenen Initiative Energieeffizienz-Netzwerke (IEEN) dar. Das Grundprinzip, wie auch in der ersten Phase, ist der Zusammenschluss von mehreren Unternehmen, die sich gegenseitig dabei unterstützen, ihre selbstgesetzten Einsparziele über ein Zeithorizont von zwei bis drei Jahren zu erreichen. Mit der zweiten Phase wurde der inhaltliche Fokus der Netzwerkarbeit aus reinen Energieeffizienz- nun auf Klimaschutzmaßnahmen erweitert. Den Netzwerken und ihren Unternehmen liegt somit ein wesentlich größerer Spielraum zur Verfügung, ihre Effizienzanstrengungen innerhalb der Initiative zu verwirklichen.

adelphi und das Fraunhofer ISI haben in 2021 die Monitoring-Regelungen für die Initiative mitentwickelt. Des Weiteren wurden die beiden Institutionen vom BMWi beauftragt, das Monitoring der Initiative in den Jahren 2022 bis 2025 durchzuführen. Das Monitoring soll zum einen bestätigen, dass die registrierten Netzwerke nach den Vorgaben der Initiative betrieben werden, und zum anderen die Netzwerk-Arbeit inklusive der umgesetzten Maßnahmen und erreichten Endenergie- und THG-Einsparungen dokumentieren. Ebenso ist es Teil des Auftrags, die Erreichung der Ziele der Initiative zu überprüfen. Für die zweite Phase umfassen diese die Gründung von 300 bis 350 Netzwerken sowie das Erreichen der Einsparungen in Höhe von neun bis elf Terawattstunden (TWh) Endenergie beziehungsweise fünf bis sechs Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Somit können adelphi und das Fraunhofer ISI auf ihren Erfahrungen mit dem Monitoring der ersten Phase der Initiative in den Jahren 2018 bis 2021 aufbauen.