Nachhaltige Konsumpolitik: Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

Der weltweit wachsende Konsum an Produkten und Dienstleistungen einhergehend mit steigenden Emissionen und Ressourcenverbräuchen stellt die nationale und internationale Nachhaltigkeitspolitik vor große Herausforderungen. Das Ziel 12 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (SDG 12) fordert dementsprechend, nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu etablieren sowie die Umweltaspekte und soziale Belange entlang der kompletten Lieferkette von Produkten und Dienstleistungen zu berücksichtigen. In Deutschland wurde die Agenda 2030 in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016 (DNS) übersetzt.

Im Jahr 2017 wurde die Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 mit dem Ziel gegründet, die Nachhaltigkeitspolitik wissenschaftlich zu reflektieren und innovative Impulse sowohl in Richtung Politik und Gesellschaft als auch in Richtung Forschung und Bildung zu geben. Sie leistet damit einen Beitrag zu den Umsetzungsprozessen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie im Kontext der Agenda 2030. Die drei Trägerinstitutionen der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 sind das IASS Potsdam, das Sustainable Development Solutions Networks (SDSN) Germany und das Deutsche Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth.

Im Auftrag der Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030 hat adelphi gemeinsam mit dem Wuppertal Institut Empfehlungen erarbeitet, wie die Weiterentwicklung der Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2020 genutzt werden kann, um eine noch stärkere Anschubwirkung für den nachhaltigen Konsum in Deutschland zu erzielen. Dafür wurden zunächst besonders nachhaltigkeitskritische Schlüsselbereiche des Konsums identifiziert und für diese die Entwicklung in dem Zeitraum 2016 bis 2019 betrachtet. Es  wurde analysiert, wie in diesen Schlüsselbereichen ein Fortschritt erzielt werden kann, welche staatlichen  und nichtstaatlichen Akteurinnen und Akteure den jeweiligen Schlüsselbereich mit besonderer Hebelwirkung voranbringen können und welche Best-Practice Beispiele aus dem Ausland existieren. Darüber hinaus wurden durch den Einsatz innovativer Text-Mining-Methoden übergreifende Themen im wissenschaftlichen Diskurs zu nachhaltigem Konsum (z.B. Kollaborative Ökonomie, Verhaltensökonomie und Nudging, Zeitwohlstand) aufgezeigt und die Beiträge dieser Forschungsansätze zur Transformation der Schlüsselbereiche skizziert. Anschließend werden politische Handlungsempfehlungen für die Fortschreibung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie abgeleitet.