Prävention von Meeresverschmutzungen in der Karibik (PROMAR)

Die Dominikanische Republik, Costa Rica und Kolumbien liegen nicht nur in derselben geografischen Region, am Karibischen Meer. Sie haben auch einige wirtschaftliche Gemeinsamkeiten: Tourismus, Fischerei und Seetransport sind von großer Bedeutung. Doch diese drei Branchen verursachen auch große Mengen an Müll, vor allem durch kunststoffbasierte Einwegverpackungen. Da die Sammlungs- und Entsorgungssysteme in allen drei Ländern unzulänglich sind, ist die Öffentlichkeit zunehmend besorgt über den Eintrag von Meeresmüll in die Karibik. Studien haben die Konzentration von Plastikabfall im Meer gemessen und bis zu 200.000 Plastikstücke pro Quadratkilometer in der nordöstlichen Karibik gefunden. Diese zerfallen in Mikrokunststoffe und stellen eine ernsthafte Gefahr für marine Ökosysteme dar. Im Durchschnitt wurden pro Kilometer Strand und Küstengebiet rund 2.014 Gegenstände gefunden, darunter am häufigsten Plastikflaschen (21 %), andere Einweg-Plastikgegenstände und Schaumstoffbehälter. Fischfangausrüstung (Netze, Angelschnüre etc.) bilden weitere Ströme und gelten als Hauptquellen für Kunststoffabfälle in der Meeresumwelt, die aus dem Fischerei- und Aquakultursektor stammen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt die Dominikanische Republik, Costa Rica und Kolumbien dabei, den Eintrag von Kunststoffabfällen (hauptsächlich Verpackungen) aus terrestrischen Quellen in die Karibik zu reduzieren. Zu diesem Zweck wird das Projekt PROMAR Kunststoffabfallströme quantifizieren und kartieren sowie Überwachungssysteme in lokalen Behörden an ausgewählten Demonstrationsstandorten verankern. Basierend auf diesen Ausgangsmessungen wird das Projektteam kreislaufwirtschaftliche Pilotlösungen umsetzen, um an allen Standorten den Eintrag von Kunststoffabfälle in die aquatische Umwelt messbar zu verringern. Darüber hinaus stärkt das Projekt die Kapazitäten der politischen Partner zur Umsetzung von Systemen der erweiterten Produzentenverantwortung und unterstützt sie bei der Teilnahme an internationalen Dialogprozessen. Weiterhin wird das Projekt kreislaufwirtschaftliche Pilotlösungen in anderen Gebieten replizieren und das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Vermeidung, die fachgerechte Sammlung und Entsorgung von Meeresabfällen in Küstengebieten stärken. Die Aktivitäten werden in allen drei Ländern gleichzeitig durchgeführt; die Maßnahmen zur Replikation, der politische Dialog und die Verbreitungsaktivitäten werden zudem in anderen Ländern Lateinamerikas und der Karibik stattfinden.

Zusammen mit den Projektpartnern CEGESTI, CNPML, Parley for the Oceans und ABRELPE setzt PROMAR eine breite Palette von Aktivitäten um. adelphi verantwortet hierbei das übergreifende Projektmanagement und -berichterstattungswesen. Außerdem analysiert adelphi im Rahmen des Vorhabens Stoffströme und entwickelt und implementiert Best-Practice-Methoden innerhalb der Hauptprojektländer sowie in weiteren lateinamerikanischen Ländern. Darüber hinaus unterstützt adelphi den transnationalen politischen Dialog rund um das Thema Erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility) sowie die Verbreitung von Projektergebnissen in globalen und regionalen Netzwerken. Die Stoffstromanalysen bilden den Status quo der Meeresvermüllung entlang der Küstenlinien des Karibischen Meers in den Projektregionen ab. Zur Datenerhebung werden in situ Proben entnommen und weitere digitale Instrumente eingesetzt. Die „Avoid. Intercept. Redesign.“-(AIR-) Methode von Parley for the Oceans unterstützt die Maßnahmen zur Plastikmüllvermeidung und -reduktion in der lokalen maritimen Wirtschaft, in der Fischerei und im Tourismussektor. Die Ergebnisse werden in Pilotprojekten umgesetzt und danach in weiteren lateinamerikanischen Ländern skaliert und repliziert. Der Aufbau von Kompetenzen und Sensibilisierungsmaßnahmen verbessern den Zugang zu Methoden, Systemen und Vorgehensweisen zur Umsetzung von Maßnahmen zur Plastikmüllvermeidung und -reduktion in den Zielregionen und -industrien.

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