Prüfung des Programms zu Integrierte ländliche Entwicklung in Wassereinzugsgebieten in Bolivien

Bolivien ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas, 39% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Zwar zählt Bolivien auch zu den wasserreichsten Ländern der Region, doch der jährliche Niederschlag in den Andentälern reicht nicht aus, um den Wasserbedarf der Bevölkerung zu decken. Dieses Defizit wird durch den Klimawandel zusätzlich verstärkt: Längere Trockenperioden wechseln sich mit kurzen, heftigeren Niederschlagsperioden ab. Folge sind Erosionen und Bodenverarmung, Entwaldung, Desertifikation und, damit einhergehend, ein Verlust der Regulierungskapazität der Wassereinzugsgebiete. Die resultierenden Engpässe bei der Bewirtschaftung von Wasser- und Landressourcen gefährden die Ernährungssicherheit, insbesondere der armen ländlichen Bevölkerung.

Im Zeitraum von Mitte August bis Mitte Oktober 2017 haben die Berater von adelphi die geplante TZ-Maßnahme der GIZ „Integrales Wassereinzugsgebietsmanagement“ in Bolivien evaluiert. Die Evaluation diente der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung des im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geplanten Neuvorhabens sowie der Erarbeitung eines Vorschlags für ein neues Modul im Rahmen der TZ-Maßnahme. Das Modul soll zu den in der Länderstrategie verankerten Zielen für ein nachhaltiges Managements der natürlichen Ressourcen sowie zur Verbesserung der politisch-institutionellen Rahmenbedingungen für integriertes Wassereinzugsgebietsmanagement beitragen. Dadurch werden die Voraussetzungen für die nachhaltige Entwicklung der ländlich geprägten Wassereinzugsgebiete geschaffen. Insbesondere mit Blick auf die gravierenden Auswirkungen knapper Wasserressourcen ist dies eine wichtige Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, den Schutz der Ökosysteme und den Erhalt der Biodiversität.