Qualitätsprüfung der Nationalen Klimarisikoanalyse für Thailand

flood waters overtake a house in Thailand form above view

Thailand ist ein Land mittleren Einkommens mit einer Bevölkerung von 67 Millionen Menschen, die hauptsächlich in ländlichen Regionen leben. Die Folgen des Klimawandels, allen voran der Temperaturanstieg und die erhöhte Niederschlagsvariabilität, werden die Infrastruktur, die landwirtschaftlichen Lebensgrundlagen und andere sozioökonomische Bedingungen nachhaltig beeinträchtigen. Thailand ist auch eines der am meisten von Naturkatastrophen betroffenen Länder weltweit. Trotz der ausgeprägten Vulnerabilität fehlte jedoch bislang eine umfassende nationale Strategie zur Bewältigung der Risiken des Klimawandels.

Vor diesem Hintergrund unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) das thailändische Umweltamt ONEP ("Office of Natural Resources and Environmental Policy and Planning") bei der Entwicklung und Umsetzung eines risiko-fokussierten Klimaanpassungsplans. In einem ersten Schritt wurde im Auftrag von ONEP eine nationale Klimarisikoanalyse für sechs ausgewählte Sektoren durchgeführt: Landwirtschaft, Ernährungssicherheit, natürliche Ressourcen, Wasser, Siedlungsentwicklung und Sicherheit, Tourismus und Gesundheit.

adelphi wurde von der GIZ damit beauftragt, die Stärken und Schwächen dieser nationalen Klimarisikoanalyse zu identifizieren und Empfehlungen zu ihrer Verbesserung abzuleiten. Dies beinhaltete die Erarbeitung von Kriterien für eine gelungene nationale Vulnerabilitätsanalyse auf Grundlage bestehender internationaler Guidelines und eigener Erfahrungen, eine Desktop-Analyse sowie die Durchführung von Interviews mit an der Erarbeitung beteiligten Akteuren. Darüber hinaus wurden Empfehlungen für die Wiederholung der Analyse zu Monitoringzwecken abgeleitet und Vorschläge unterbreitet, wie daran angelehnt subnationale Analysen in besonders anfälligen Sektoren oder Regionen durchgeführt werden können. Infolge der Qualitätsprüfung wurde unter anderem die Entwicklung von Wirkungsketten angestoßen, mit denen vertiefte Vulnerabilitätsanalysen in jedem der sechs Sektoren möglich werden. Die Prüfung erfolgte auf Basis des von adelphi und der Europäischen Akademie in Bozen (EURAC) entwickelten "Vulnerability Sourcebooks", dem ersten umfassenden Praxishandbuch zur Durchführung standardisierter Vulnerabilitätsanalysen.