Ressourceneffizienz in der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung

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Landwirtschaft spielt sowohl in Usbekistan als auch in Tadschikistan eine wichtige Rolle, doch in beiden Ländern wird dieser Sektor immer verwundbarer. Ernährungsunsicherheit und eine große Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten sorgen dafür, dass der Klimawandel und die geopolitische Lage sie stark beeinträchtigen können. Jedes der beiden Länder hat spezifische Schwachstellen, die sich aus ihrer geografischen Lage, Wirtschaft und Geschichte ergeben. In Usbekistan spielen Kleinunternehmen (Mikro-, Kleine und Mittlere Unternehmen, MKMUs) eine Schlüsselrolle: Ihr Anteil an der Bruttoproduktion der gesamten Landwirtschaft beträgt 98,1 Prozent. Von Jahr zu Jahr steigen die Exporte usbekischer Agrarprodukte. Was die Verarbeitung und Zwischenlagerung betrifft, ist Usbekistan unter den zwanzig Ländern mit den höchsten Kühllagerkapazitäten. In Tadschikistan leben mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in ländlichen Regionen. Das Land verfügt über wenige natürliche Ressourcen.Die Landwirtschaft ist noch durch das sowjetische System geprägt und deshalb relativ ineffizient, weshalb die abnehmende Produktivität die Ernährungssicherheit ernsthaft beeinträchtigt. Die Wirtschaftstätigkeit ist eingeschränkt. Um Wirtschaftswachstum und Investitionen zu verbessern, müssen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für verarbeitende Betriebe der Agrar- und Ernährungswirtschaft verbessert werden, indem effizientere Produktionsmethoden eingeführt werden.

Um die spezifischen Probleme der Region anzugehen und die Resilienz dieser Länder zu stärken, hat das SWITCH-Asia-Programm der Europäischen Kommission ein neues Projekt begonnen: Promoting Resource Efficiency in Agri-food Production and Processing in Central Asia (REAP) unterstützt nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (Sustainable Consumption and Production, SCP) in produzierenden und verarbeitenden Unternehmen des Agrar- und Ernährungssektors entlang der gesamten Lieferkette in Usbekistan und Tadschikistan. Das Projekt entwickelt eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für Maßnahmen der Ressourceneffizienz in MKMUs, setzt sich für ökologische Effizienz auf der Basis internationaler Standards ein und unterstützt Firmen dabei, Finanzinstitutionen bankfähige Projekte zu präsentieren. Um die MKMUs während und nach der Laufzeit des Projekts zu unterstützen, werden SCP-Berater und -Beraterinnen vor Ort geschult.

Das Projekt wird zweidimensional umgesetzt, durch direkte Branchenunterstützung sowie durch die Einbindung von Interessengruppen. Die Hauptaktivität des Projekts zielt auf die unmittelbare Unterstützung der MKMUs ab, durch Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau, persönliche Beratung und Begleitung von Prozessen, die konkrete Maßnahmen zur Ressourceneffizienz umsetzen. Zudem wird das Projekt gezielte Aktivitäten konzipieren und umsetzen, um relevante Interessengruppen individuell anzusprechen, darunter Runde Tische mit Interessenvertretenden, Politikrunden, Dialogen und der Einbindung des Finanzsektors. So wird es möglich, ein umfassendes unterstützendes Rahmenwerk für die Annahme von SCP in MKMUs aufzubauen. Dieser zweiteilige, mehrere Ebenen umfassende Ansatz hat sich in zahlreichen Ländern Süd- und Südostasiens bereits bewährt und hat mehr als 1000 Branchen profitabler gemacht.

adelphi ist dafür verantwortlich, die Kapazitäten der örtlichen Beraterinnen und Berater aufzubauen, damit diese bei der Umsetzung von SCP-Maßnahmen technisch und organisatorisch beraten können. Zudem organisiert adelphi die Runden Tische und Workshops für Interessengruppen, um das Verständnis für das SCP-Ökosystem und mögliche Szenarien in der Region zu erhöhen, sowie regionale politische Dialogveranstaltungen. adelphi wird außerdem die aktuelle Politik analysieren und Policy Briefings entwickeln, um SCP zu fördern. Um MKMUs den Zugang zu Finanzierung zu erleichtern, wird adelphi sie unterstützen, die Kapazitäten regionaler Finanzinstitutionen für Cleantech-Finanzprodukte aufzubauen sowie einen Workshop leiten, in dem es um das Prototyping eines Businessplans für SCP-Zellen in den Fokusländern geht. Dieser alle Ebenen abdeckende Ansatz wird MKMUs, lokale und regionale Behörden und Finanzinstitutionen dabei unterstützen, zusammenzuarbeiten und gemeinsam nachhaltige Praktiken in der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu etablieren.