Städte und Gemeinden in Afrika und Südostasien treiben Dekarbonisierung ihrer Wirtschaft voran

Städte, Gemeinden und Provinzen haben sich weltweit als Triebfedern ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen erwiesen. Mittlerweile wird die lange vernachlässigte Schlüsselrolle subnationaler Akteure auch von Regierungen, internationalen Organisationen und multilateralen Prozessen anerkannt und in deren Strategien einbezogen. Doch noch sind wichtige strukturelle Fragen unbeantwortet: Wie kann die Koordinierung zwischen den verschiedenen Regierungsebenen bei der Umsetzung von Klimaschutzzielen effektiv gestaltet werden? Welche institutionellen Mechanismen und Prozesse fördern eine sinnvolle Verzahnung der Politikansätze? Die Herausforderungen greift das Projekt „Vertical Integration and Learning for Low-Emission-Development in Africa and Southeast-Asia” (V-LED) auf und verknüpft die umfassende Analyse relevanter politischer Prozesse mit der praktischen Unterstützung der beteiligten Akteure in Kenia, Südafrika, Vietnam und den Philippinen.

Ziel von V-LED war die Unterstützung der Regierungen dieser Länder, um Prozesse der Politikkoordination zu etablieren und auszubauen. Vor dem Hintergrund lokal und international bewährter Praktiken und Erfahrungen standen dabei zwei Aspekte im Fokus: die Abstimmungsprozesse zwischen nationalen und subnationalen Regierungsebenen (vertikale Koordination) und die Netzwerkbildung zwischen und Förderung von Akteuren der subnationalen Ebenen (horizontale Koordination).

Im Rahmen der ersten Projektphase (02.2015-01.2019) diskutierten nationale, subnationale sowie nichtstaatliche Akteure in 30 Politikdialogen in den vier Partnerländern Schlüsselthemen des lokalen Klimaschutzes und erarbeiteten gemeinsam Lösungen, wie beispielsweise Innovationspotentiale auf lokaler Ebene gefördert und stärker in den nationalen Klimaschutzprozess eingebracht werden können.

Das Projektteam erarbeitete zudem Leitfäden und Trainingshandbücher für die Integration von Klimaschutzmaßnahmen in bestehende kommunale Prozesse. Mitarbeiter subnationaler Behörden wurden dazu befähigt, Klimaschutzmaßnahmen sektorenübergreifend in Planungs- und Umsetzungsprozesse aufzunehmen.

Auch die zweite Projektphase (02.2019-06.2021) förderte kollaboratives Klimahandeln zur Umsetzung lokaler, nationaler und globaler Klimaziele durch vertikale und horizontale Dialogveranstaltungen. Zudem wurde eine Coaching-Strategie umgesetzt: Ausgewählte subnationale Regierungen in Südafrika und Kenia erhielten maßgeschneiderte Coachings um lokale Klimaschutzmaßnahmen voranzutreiben.

Politikinstrumente und Praxisbeispiele aus Kenia, Südafrika, Philippinen und Kolumbien wurden als Fallstudien aufbereitet und bei ausgewählten internationalen Veranstaltungen vorgestellt und diskutiert.

V-LED wurde von adelphi in Partnerschaft mit UN Habitat, One World, Sustainable Energy Africa und dem Institute for Law and Environmental Governance durchgeführt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert dieses Vorhaben im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI).

Publikationen des Projekts