Städte und Gemeinden in Afrika und Südostasien treiben Dekarbonisierung ihrer Wirtschaft voran

Different Faces of Makati - Sunny

Städte, Gemeinden und Provinzen haben sich weltweit als Triebfedern ambitionierter Klimaschutzmaßnahmen erwiesen. Mittlerweile wird die lange vernachlässigte Schlüsselrolle subnationaler Akteure auch von Regierungen, internationalen Organisationen und multilateralen Prozessen anerkannt und in deren Strategien einbezogen. Doch noch sind wichtige strukturelle Fragen unbeantwortet: Wie kann die Koordinierung zwischen den verschiedenen Regierungsebenen bei der Umsetzung von Klimaschutzzielen effektiv gestaltet werden? Welche institutionellen Mechanismen und Prozesse fördern eine sinnvolle Verzahnung der Politikansätze? Die Herausforderungen greift das Projekt „Vertical Integration and Learning for Low-Emission-Development in Africa and Southeast-Asia” (V-LED) auf und verknüpft die umfassende Analyse relevanter politischer Prozesse mit der praktischen Unterstützung der beteiligten Akteure in Kenia, Südafrika, Vietnam und den Philippinen.

Ziel von V-LED ist die Unterstützung der Regierungen dieser Länder, um Prozesse der Politikkoordination zu etablieren und auszubauen. Vor dem Hintergrund lokal und international bewährter Praktiken und Erfahrungen stehen dabei zwei Aspekte im Fokus: die Abstimmungsprozesse zwischen nationalen und subnationalen Regierungsebenen (vertikale Koordination) und die Netzwerkbildung zwischen und Förderung von Akteuren der subnationalen Ebenen (horizontale Koordination).

Im Rahmen dieses Vorhabens diskutieren nationale, subnationale sowie nicht-staatliche Akteure in 30 Politikdialogen Schlüsselthemen des lokalen Klimaschutzes und erarbeiten gemeinsam Lösungen, wie z.B. Innovationspotentiale auf lokaler Ebene gefördert und stärker in den nationalen Klimaschutzprozess eingebracht werden können.

Im Rahmen von 20 Lernwerkstätten werden Vertreter von Städten und Provinzen gemeinsam die Potentiale subnationaler Akteure identifizieren. V-LED bietet diesen Akteuren eine Plattform um innovative Politikansätze zu bewerben, Erfahrungen zu teilen und gemeinsames Lernen zu ermöglichen. In Vietnam tauschen sich beispielsweise Vorreiter der „Green Cities“ mit anderen Städten darüber aus, wie sich deren Erfolge und Lernerfahrungen übertragen lassen.

Im Vorhaben werden Leitfäden und Trainingshandbücher erarbeitet und in bestehende kommunale Weiterbildungsprozesse integriert. Mitarbeiter subnationaler Behörden sollen dazu befähigt werden, Klimaschutzmaßnahmen sektorenübergreifend in Planungs- und Umsetzungsprozesse aufzunehmen. Dazu werden in den vier Projektländern Trainer ausgebildet, die in den kommenden Jahren insgesamt 250 Mitarbeiter von Städten und Gemeinden weiterbilden. In den Philippinen werden Maßnahmen zur Emissionsminderung in bestehende lokale Planungsinstrumente zum Katastrophenschutz und Klimaanpassung integriert.

Das Projektteam dokumentiert diese Lernerfahrungen durch begleitende Aktionsforschung und untersucht Ansätze vertikaler und horizontaler Politikkoordination. Untersucht werden politische, rechtlich-administrative, ökonomische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Politikintegration und -koordinierung fördern und inwieweit sich diese auf andere Kommunen, Provinzen oder Staaten übertragen lassen.

adelphi leitet ein internationales Konsortium unter Beteiligung von UN Habitat, One World, Sustainable Energy Africa und dem  Institute for Law and Environmental Governance. Das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert dieses Vorhaben im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) in den kommenden vier Jahren.

Publikationen des Projekts