Stärkung sozial-ökologischer Formen von Zusammenleben und Gemeinwohlorientierung

An der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland beteiligen sich diverse gesellschaftliche Akteure. Auf Seiten der Zivilgesellschaft ist in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Initiativen entstanden, die durch sozial-ökologische Formen von Zusammenleben und Gemeinwohlorientierung eine wichtige Rolle für die Umwelt- und Gesellschaftspolitik der Gegenwart und Zukunft einnehmen. Diese Initiativen entstehen häufig „aus der Gesellschaft heraus“ und in den Lebenswelten der Bürgerinnen und Bürger. Auf diese Weise sind zahlreiche innovative Formen von Gemeinschaftlichkeit und Gemeinwohlorientierung geschaffen worden: Mehrgenerationenwohnen, Co-housing und Co-working, offene Werkstätten und kreative Nachbarschaftszentren, Gemeinschaftsgärten und Online-Plattformen für Tausch, Verleih und Co-Creation.

Diese sozial-ökologischen Initiativen leisten einen wichtigen Beitrag zu einem guten und solidarischen Zusammenleben mittels sozial-digitaler Innovationen. Die Bundesregierung hat das Potenzial dieser Initiativen für einen sozial-ökologischen Wandel erkannt und adressiert diese direkt in ihrem Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum. Daher soll die Umweltpolitik künftig aktiv zur Stärkung gemeinwohlorientierter Initiativen und Netzwerke beitragen. Denn bislang befanden sich diese Gemeinschaften in Nischen und mussten sich mit vielfältigen Herausforderungen der gesellschaftlichen Stabilisierung und Verbreitung auseinandersetzen.

Im Rahmen des Vorhabens wird untersucht, welche innovativen Formen von Gemeinschaftlichkeit es in unserer Gesellschaft gibt, welchen Beitrag sie für ein sozial-ökologisch verträgliches Zusammenleben leisten, welche Rahmenbedingungen förderlich bzw. hinderlich sind und welche Rolle Digitalisierung für die Verstetigung der Initiativen und bei ihrer Entwicklung und Etablierung spielt. Dafür begeben sich Vertreter aus Politik und Wissenschaft sowie engagierte Akteure aus den Initiativen in einen gemeinsamen Lernprozess. Dieser wird von adelphi und dem Konsortium wissenschaftlich und organisatorisch begleitet, wobei adelphi insbesondere für die Themen Digitalisierung und sozial-digitale Innovation steht und seine Expertise einbringt. Die Ergebnisse aus Expertengesprächen, dem Zukunftsforum, einer Bevölkerungsumfrage und deren Reflektion in transdisziplinären Workshops führen zur Vernetzung der Initiativen und münden in einem Strategiepapier, welches Anregungen für die Initiativen liefert und umweltpolitischen Akteuren zur Prüfung und Erweiterung ihres Repertoires an Politikinstrumenten dient.