Status quo Meeresumwelt: Analyse der Nutzung und Verschlechterung deutscher Küstengewässer

Die europäischen Küsten und Meeresgewässer einschließlich der Nord- und Ostsee gehören zu den am intensivsten genutzten Meeresgebieten der Welt. Ebenso wie bei den meisten Binnengewässern überlagern sich in ihnen verschiedene Nutzungsinteressen und Schutzzielsetzungen. In diesem Spannungsfeld wurde im Juni 2008 auf EU-Ebene die Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL) verabschiedet. Das Ziel der MSRL ist es, in den Mitgliedsstaaten spätestens bis zum Jahr 2020 einen „guten Umwelt­zustand“ (GUZ) der Meeresgewässer zu erreichen.

Die Mitgliedsstaaten sollen nationale Meeresstrategien erarbeiten, in denen der aktuelle sowie der angestrebte Meeresumweltzustand beschrieben wird und Instrumente und Maßnahmen zur Erreichung des GUZ aufgeführt sind. Außerdem soll eine Analyse der Gewässernutzung und der Kosten einer Verschlechterung der Meeresumwelt enthalten sein. Eine konkrete Quantifizierung einer Verschlechterung hat bisher allerdings aufgrund mangelnder Datenlage in Deutschland nicht stattgefunden.

Unter der Leitung von adelphi schloss sich ein Projektkonsortium aus dem Institut für Weltwirtschaft, der imug Beratungsgesellschaft und InterSus zusammen, um eine solche Quantifizierung vorzunehmen. In Vorbereitung auf die 2024 erneut anstehende Beschreibung der Kosten einer Verschlechterung der Meeresumwelt sah dieses Vorhaben eine Abschätzung am Beispiel der deutschen Küstengewässer vor. Hierfür wurde die Methodik der kontingenten Bewertung eingesetzt und mittels einer repräsentativen Befragung die Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung für eine Verbesserung der Meeresumwelt im Bereich der deutschen Küstengewässer ermittelt. Das Vorhaben umfasste die Ausarbeitung einer zielführenden Methodik, die Datenerhebung und die Auswertung der Befragungsdaten sowie die Vorstellung und Verwertung der Ergebnisse.

Neben dem Gesamtprojektmanagement konzipierte adelphi zusammen mit den Konsortialpartnern die repräsentative Umfrage unter 1000 Verbraucherinnen und Verbrauchern, entwickelte das Bewertungsinstrument und wertete die Ergebnisse der Befragung aus.