Unterstützung von UN Environment beim Umgang mit klimabezogenen Fragilitätsrisiken

Drought Africa

Das Zusammenspiel verschiedener Stressfaktoren wie Bevölkerungswachstum, Rohstoffknappheit und politische Instabilität setzt viele Staaten und Gesellschaften zunehmend unter Druck. Der Klimawandel wirkt in solchen Kontexten oft als ein „Bedrohungsmultiplikator“, der Situationen staatlicher Fragilität weiter verschärft. Zu den Sicherheitsrisiken, die durch den Klimawandel negativ beeinflusst werden können, zählen dessen Auswirkungen auf Nahrungs- und Wasservorräte, verstärkter Wettstreit um natürliche Ressourcen, durch Klimawandel vermehrte und verschärfte Katastrophen und die Zerstörung von Lebensgrundlagen sowie Migration und Vertreibung. UN Environment hat adelphi damit beauftragt, einen Leitfaden für Programme zu entwickeln, die diesen Herausforderungen entgegenwirken.

Krisengeschüttelte Länder sind besonders anfällig für die vom Klimawandel verursachten Sicherheitsrisiken, da sie selten über die politischen und finanziellen Kapazitäten verfügen, diesen Risiken aktiv entgegen zu wirken. Gleichzeitig erschwert die Fragilität eines Staates die Anpassung an den Klimawandel. Auf diese Weise drohen vielen Gesellschaften in „Fragilitätsfallen“ aus sich gegenseitig verstärkenden Klima- und Fragilitätsrisiken gefangen zu werden.

Um den destabilisierenden Effekten des Klimawandels in fragilen Kontexten entgegenwirken zu können, sind umfassende Ansätze nötig, die Anpassung, nachhaltige Entwicklung und  Friedensentwicklung verbinden. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Union hat UN Environment adelphi damit beauftragt, einen Leitfaden für entsprechende integrierte Programme zu entwickeln. Dieser soll sowohl politischen und programmatischen Entscheidungsträgern wie auch Umsetzungsorganisationen in den betroffenen Ländern Orientierung für nationale und subnationale Prozesse, Pläne und Programme bieten, die Klimaanpassung und Friedensentwicklung verbinden. Das Projekt ist als Reaktion auf die Empfehlungen des Berichts „A New Climate for Peace: Taking Action on Climate and Fragility Risks“ (2015) entstanden, der von den Mitgliedern der G7-Staaten in Auftrag gegeben wurde.

Während der sechsmonatigen Einführungsphase des Projekts werden adelphi und UN Environment  Stakeholder-Workshops und Interviews mit nationalen Regierungsvertretern, Experten und Vertretern der Zivilgesellschaft in betroffenen Ländern organisieren. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Prozesse wird adelphi einen Leitfaden zur Bewertung von klimabezogenen Fragilitätsrisiken entwickeln und für zwei Länder entsprechende Gutachten auf nationaler und lokaler Ebene erstellen.