Verbesserte Aufklärung zu Energieeffizienz: Digitale Erweiterungen für das EU-Energielabel

Stromstecker und das EU-Energielabel

Fehlende Informationen und Unwissenheit über den Energieverbrauch von elektronischen Geräten gehören zu den wesentlichen Gründen dafür, dass Konsumenten ineffiziente Geräte erwerben. Daher hat die Europäische Kommission vor knapp 20 Jahren das EU-Energielabel eingeführt. Mit seinen Energieeffizienzklassen A bis G soll es Verbraucherinnen und Verbrauchern über die Energieeffizienz und andere Produkteigenschaften von Elektrogeräten informieren. Dennoch hat das Label einige Schwachstellen: Seine Skala ist relativ statisch und unflexibel gegenüber dem technologischen Fortschritt im Bereich Energieeffizienz. Der Informationsgehalt ist aufgrund der beschränkten Größe des Labels gering. Befragungen haben mehrfach zeigt, dass es für viele Konsumenten unverständlich ist.

Um die produktbezogene Vermittlung von Informationen zu Energieeffizienz zu verbessern und weiterzuentwickeln, fördert die Europäische Kommission das Forschungsprojekt "Digi-Label". Im Rahmen dieses Projekts sollen digitale Lösungen entwickelt, getestet und bewertet werden, die das Energielabel erklären und Verbraucherinnen und Verbraucher zusätzliche Informationen zu energieeffizienteren Produkten liefern, z.B. zu den jährlichen Energiekosten und monatlichen Verbrauchen. Mögliche Lösungen sind etwa QR-Codes auf dem Label oder Touchscreens, die direkt neben dem Produkt platziert werden. Auf diese Weise soll der Marktanteil von hochwertigen und besonders energieeffizienten „Top-Runner“-Geräten merklich gesteigert und damit der Energieverbrauch in der Europäischen Union gesenkt werden. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, Händlern und Verbrauchern die nötigen Fachinformationen zu Energieeffizienz zu vermitteln und Empfehlungen zu erarbeiten, die die EU-Kommission und die nationalen Parlamenten bei der Weiterentwicklung des EU-Energielabels unterstützen.

Über die Projektdauer von drei Jahren sollen in Pilotprojekten die digitalen Erweiterungen in Deutschland, England, Italien und Spanien eingeführt werden. Ein internationales Forschungskonsortiums aus adelphi und zehn weiteren Partnern unterstützt das Vorhaben bei der Umsetzung. Dazu arbeitet das Konsortium eng mit Herstellern und Händlern von elektronischen Geräten aus verschiedenen europäischen  Ländern zusammen.

adelphi ist für die fachliche und organisatorische Umsetzung in Deutschland zuständig. Zu diesem Zweck werden Schulungen für Mitarbeiter des Einzelhandels sowie für Hersteller konzipiert und implementiert. Außerdem setzt adelphi die vom Konsortium entwickelte Informationskampagne in Deutschland um, erhebt Daten zum Kundenverhalten und unterstützt die Evaluation der Ergebnisse.