Virtuelle Kompetenzentwicklungsansätze für ein nachhaltiges Chemikalienmanagement

Entlang der Wertschöpfungsketten in der Textil- und Schuhherstellung werden in vielen Produktionsschritten zahlreiche, potenziell gefährliche Chemikalien eingesetzt. Wo diese nicht vermieden oder durch ungefährlichere Alternativen ersetzt werden können, ist besondere Aufmerksamkeit in Hinblick auf die Auswahl und den sicheren Umgang damit nötig. Ein umfassendes Chemikalienmanagement ist daher eine der Voraussetzungen für ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement. Dazu bedarf es angemessener Kenntnisse im Hinblick auf Aufbau und Anwendung von entsprechenden Chemikalienmanagementsystemen sowie von adäquaten Ansätzen und Praktiken im Umgang mit Chemikalienrisiken.

Als Teil der regionalen Initiative zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Textil- und Bekleidungsindustrie in Asien (FABRIC) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), zusammen mit ihren Partnern in den wichtigsten Zentren der Textil- und Bekleidungsindustrie in Asien, die Bemühungen, notwendige Kompetenzen der Beteiligten im Chemikalienmanagement zu verbessern. Im Rahmen der bisherigen Zusammenarbeit hat die GIZ eigene Trainingsprogramme für das Chemikalienmanagement entwickelt, greift teils aber auch auf andere verfügbare Initiativen zurück. Insbesondere vor dem Hintergrund der Sars-CoV-2-Pandemie und den damit einhergehenden Restriktionen müssen nun Trainingsansätze angedacht werden, die zu den veränderten Rahmenbedingungen passen.

adelphi unterstützt gemeinsam mit dem Fernstudieninstitut der Beuth Hochschule für Technik Berlin die FABRIC-Initiative dabei, ein webbasiertes Trainingskonzept für nachhaltiges Chemikalienmanagement zu entwickeln und einzuführen, das sich vor allem an Mitarbeitende der Textilindustrie und Schuhhersteller richtet. Ein Selbstlernkurs bildet das Kernelement des Konzepts, das mit zusätzlichen Blended-Learning-Elementen auf lokaler Ebene in den verschiedenen Produktionsländern kombiniert wird. Als Teil des Prozesses werden lokale Dienstleister/-innen wie Trainer/-innen und Berater/-innen in den FABRIC-Zielländern eine gesonderte Schulung dazu erhalten, um diese webbasierten Schulungselemente in ihre eigenen Initiativen und Dienstleistungen zu integrieren. Um eine enge Ausrichtung der Kursinhalte und der didaktischen Konzepte auf die Bedürfnisse der Zielgruppen sicherzustellen, arbeitet eine Peer-Review- und Beratungsgruppe, bestehend aus Vertreter/-innen der Textil- und Schuhindustrie, den lokalen Industrieverbänden, Dienstleistern und Brands, mit dem Expertenteam zusammen. Der Selbstlernkurs soll anschließend allen Interessierten offenstehen.