Vulnerabilitätsanalyse 2021: Wie verwundbar ist Deutschland gegenüber dem Klimawandel?

Hochwasser Elbe Straße

Hitzewellen im Sommer, intensivere Starkregenereignisse, eine zunehmende Häufigkeit von Dürren – die Folgen des Klimawandels stellen Deutschland vor große Herausforderungen. Da diese in naher und ferner Zukunft aller Voraussicht nach weiter zunehmen werden, gilt es, bereits heute die Weichen für morgen zu stellen. Dafür sind möglichst genaue Kenntnisse darüber erforderlich, in welchen Handlungsfeldern, Sektoren und Naturräumen Deutschland besonders verwundbar gegenüber den Folgen des Klimawandels ist und sein wird. Auf Grundlage dieser Kenntnisse können anschließend zielgerichtete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, die die Vulnerabilität reduzieren und die Anpassungskapazität von Gesellschaft und Ökosystemen steigern.

Bereits 2015 hat adelphi eine Vulnerabilitätsanalyse für Deutschland veröffentlicht. Seither dienen die Ergebnisse dieser zentralen nationalen Erhebung als Grundlage für die Anpassungsplanung in Deutschland und sind in die Weiterentwicklung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) eingeflossen. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels, der bereits erzielten Fortschritte bei der Anpassung und konzeptioneller Weiterentwicklungen bei der Bewertung von Vulnerabilität hat das Umweltbundesamt (UBA) adelphi beauftragt, die Vulnerabilitätsanalyse Deutschlands abermals durchzuführen. Für den früheren Auftrag hatte adelphi in Zusammenarbeit mit seinen Projektpartnern eine Methodik entwickelt, die eine deutschlandweite und vergleichbare Einschätzung der Vulnerabilität in verschiedenen Handlungsfeldern ermöglicht. Die Methodik ist in einen Leitfaden für Vulnerabilitätsanalysen eingeflossen und wird heute unter anderem auf Landesebene angewendet. Für die Neuauflage der Analyse soll die Methodik aus heutiger Sicht überprüft und weiterentwickelt werden.

Unter der Leitung von adelphi wird die Vulnerabilitätsanalyse 2021 mit zwei weiteren Projektpartnern durchgeführt. adelphi organisiert die Kooperation mit einem Netzwerk aus Behörden und mit dem Deutschen Wetterdienst. Dadurch sollen vorhandenes Wissen und Expertise zur Anpassung an den Klimawandel gebündelt werden. Ziel ist es außerdem, den handlungsfeldübergreifenden Austausch zu vertiefen und durch enge Einbeziehung der Bundesbehörden die Relevanz der Ergebnisse zu gewährleisten.

Im Laufe des Projekts soll die Methodik der Vulnerabilitätsanalyse noch stärker am Bedarf von politischen Akteuren ausgerichtet werden, um die Identifizierung von Handlungsbedarfen zu unterstützen. Dafür soll unter anderem die Erfassung von Anpassungskapazität überdacht werden. Ein weiterer Fokus der methodischen Weiterentwicklung liegt auf der Kombination von quantitativen und qualitativen Daten und Informationen, welche durch die Raumbezüge von Klimawirkungen und Sensitivitätsfaktoren eine methodische Herausforderung darstellt. Durch eine enge Einbindung von externen Experten wird sichergestellt, dass neueste wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse in der Vulnerabilitätsanalyse aufgegriffen werden. Bei der Aggregierung, der normativen Bewertung sowie der Priorisierung der Ergebnisse werden wiederum Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Handlungsfeldern im Besonderen berücksichtigt. Die neu ausgerichtete Methodik wird anschließend für die Vulnerabilitätsanalyse 2021 angewendet und soll verwandten Vorhaben als Vorlage dienen.