Weiterentwicklung von Handlungsoptionen für eine ökologische Rohstoffpolitik

Strip mine in the midst of a forest

Der Abbau von Rohstoffen und die damit verbundenen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Folgen erfordern koordiniertes politisches Handeln und die Entwicklung effektiver Handlungsansätze zur Kooperation mit anderen Ländern. Während die Rohstoffstrategien der Bundesregierung und der Europäischen Union sowie das deutsche Ressourceneffizienzprogramm ProgRess bereits auf die Nutzungseffizienz und auf Einschätzungen zur Versorgungssicherheit abzielen, rücken auch die sozialen und ökologischen Folgen des Rohstoffabbaus immer stärker ins Zentrum des politischen wie öffentlichen Interesses.

Dieses Projekt greift die Ergebnisse der zwei vorangegangenen Vorhaben "Ansätze zur Reduzierung von Umweltbelastungen und negativen sozialen Auswirkungen bei der Gewinnung von Metallrohstoffen" (UmSoRess) und "Erörterung ökologischer Grenzen der Primärrohstoffgewinnung und Entwicklung einer Methode zur Bewertung der ökologischen Rohstoffverfügbarkeit zur Weiterentwicklung des Kritikalitätskonzeptes" (ÖkoRess) auf und verbindet dadurch die Erfahrungen in der Analyse von Umwelt- und Sozialstandards mit der Bewertung von Umweltrisiken im Rohstoffsektor. Im Mittelpunkt stehen dabei 51, von der EU-Kommission im Jahr 2014 als kritisch eingeschätzte Rohstoffe.

Ziel des Projektes ist es, die bislang vorherrschende Kritikalitätseinschätzung auf Basis wirtschaftlicher Faktoren um eine ökologische und sozio-politische Dimension zu erweitern. Auf dieser Basis soll anschließend eine erweiterte Kritikalitätsanalyse durchgeführt werden. Durch die systematische Untersuchung von spezifischen Rohstoffen und ausgewählten Abbauländern werden Handlungsoptionen in den jeweiligen nationalen Kontexten aufgezeigt. Darüber hinaus können diese Ergebnisse auf europäischer und internationaler Ebene zu Gunsten einer umweltgerechteren Rohstoffgewinnung genutzt werden. Damit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zu einer Weiterentwicklung des nationalen Ressourceneffizienzprogramms (ProgRess III).

Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die zielgruppenspezifische Kommunikation. Sie zielt darauf ab, das Konzept der ökologischen Kritikalität beziehungsweise der ökologischen Verfügbarkeit von Rohstoffen insbesondere unter politischen und gesellschaftspolitischen Akteuren zu verbreiten, um dieses in bereits bestehende Handlungsansätze zu integrieren.

Im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) und in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut, Projekt-Consult und dem Ifeu-Institut erstellt adelphi Fallstudien zu den ökologischen und sozialen Dimensionen der Rohstoffgewinnung in einzelnen Ländern und ist für deren vergleichende Analyse verantwortlich. Auf dieser Grundlage werden konkrete Empfehlungen für die deutsche Umwelt- und Ressourcenpolitik erarbeitet, sowohl in Bezug auf einzelne Länder als auch auf spezifische Rohstoffe.