Wissenschaftliche Grundlagen für die EU-Biodiversitätsstrategie und die deutsche EU-Ratspräsidentschaft

Die Europäische Kommission unter Ursula von der Leyen will mit dem europäischen Grünen Deal die EU auf den Weg zu umfassender Nachhaltigkeit bringen. Ein Teil davon ist die neue Biodiversitätsstrategie für 2030, die im Mai 2020 veröffentlicht wurde. Die darin enthaltenen Ziele und Aktionen sind in Hinblick auf Ambition und Klarheit nicht nur ein entscheidender Schritt vorwärts für den Schutz der Biodiversität in der EU selbst, sondern legen auch den Anspruch der EU an die Verhandlungen für das Post-2020-Rahmenwerk der Konvention zum Schutz der Biodiversität (CBD) dar.

Sowohl der Entwurf der neuen EU-Biodiversitätsstrategie als auch ihre Umsetzung und genauere Ausgestaltung wurden und werden von zahlreichen Vorschlägen und Forderungen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft begleitet. Mit Hinblick auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) nun adelphi mit einer Analyse dieser Vorschläge beauftragt.In diesem Projekt analysiert adelphi entsprechende Vorschläge nach wissenschaftlichen Kriterien und bewertet sie aus naturschutzfachlicher Sicht. Auch die Verhandlungen zu den Ratsschlussfolgerungen zur Biodiversitätsstrategie für 2030 und zum Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes zum Schutz wilder Bestäuber in der EU werden von adelphi inhaltlich unterstützt.

Zudem bereitet adelphi den Stand der wissenschaftlichen und politischen Diskussion für ausgewählte Schwerpunktthemen (Schutzgebiete, Wiederherstellung, Landwirtschaft, Wald, Governance) der Strategie auf, um eine Diskussionsgrundlage für das von der Präsidentschaft organisierte Treffen der EU-Naturschutzdirektoren zu schaffen. Auch das erstmals von der deutschen Präsidentschaft organisierte Netzwerktreffen der EU-Naturschutzdirektor/-innen wird mit adelphis Unterstützung inhaltlich vorbereitet. Abschließend werden die Schwerpunktthemen auf europäischen Workshops mit einem weiteren Kreis an Experten und Stakeholdern diskutiert, um so den Diskurs über die genaue Umsetzung der Ziele und Maßnahmen der Strategie zu fördern und zu begleiten.