Implications of Behavioral Economics for Designing Adaptation Policies – Addressing Behavioral Barriers of Private Adaptation to Climate Change

New Perspectives for Environmental Policies Through Behavioral Economics
Kind, Christian and Jonas Savelsberg 2015: Implications of Behavioral Economics for Designing Adaptation Policies. Addressing Behavioral Barriers of Private Adaptation to Climate Change. In: Beckenbach, Frank and Walter Kahlenborn (Hrsg.): New Perspectives for Environmental Policies Through Behavioral Economics. Heidelberg et al.: Springer, S. 253-273.

Gegenwärtig existieren zwei Strategien zur Bewältigung von zunehmend stärkeren und häufigeren Hitzewellen, Dürren, Überflutungen sowie weiterer Klimafolgen: Minderung und Anpassung. Weltweit nimmt der Ausstoß von Treibhausgasemissionen unverändert zu; trotz konzertierter globaler Anstrengungen zu ihrer Reduzierung (Mitigation). Vor diesem Hintergrund erlangt die zweite Bewältigungsstrategie – Anpassung – zunehmend größere Bedeutung. Mit Blick auf die Anpassungsfähigkeit von Individuen gegenüber zunehmend heftigeren Wetterbedingungen und langsam wandelnden klimatischen Bedingungen, können Entscheidungsanomalien wie Heuristiken oder systematische Fehleinschätzungen von Risiken sowie Entscheidungsaffekte zu Hindernissen für zielgerichtetes Handeln werden. Dieser Aufsatz stellt diese verhaltensbedingten Barrieren überblickshaft dar und veranschaulicht sie anhand von Beobachtungen zu den Vorbereitungen von US-amerikanischen Privathaushalten gegen Hurrikans und zu den Vorkehrungen von Privatleuten und Unternehmen gegen Überflutungen in Europa. Auf dieser Grundlage arbeiten die Autoren insgesamt fünf Politikempfehlungen heraus, mit denen sich diese verhaltensbedingten Barrieren entweder verringern lassen oder die sich bestimmte Heuristiken zunutze machen. Diese Empfehlungen schließen unter anderem der Rückgriff auf soziale Normen und Konformitätsdruck als auch die Festlegung von Anpassungsverpflichtungen und Feedback ein. Im Anschluss daran legen die Autoren ein Rahmenkonzept für politische Entscheidungsträger vor, mit dessen Hilfe sich verhaltensökonomisch fundierte Interventionen hin zu nachhaltigeren Verhaltensweisen entwickeln lassen.